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Wahlkampf im Kreis Wesel: „Landrat Brohl“ setzt auf Kommunikation

Kommunalwahlkampf im Kreis Wesel : Brohl setzt auf Kommunikation

Der Moerser CDU-Fraktionsvorsitzende Ingo Brohl hatte beim Kreisparteitag der Christdemokraten seinen ersten großen Auftritt als Landratskandidat. Der 43-Jährige warb für einen konstruktiven Dialog und eine neue Vertrauenskultur.

140 Delegierte standen auf, um zwei Minuten lang zu applaudieren, nachdem Ingo Brohl gut 20 Minuten lang gesprochen hatte. Sie hatten am Samstagmorgen zugehört, so wie es der 43 Jahre alte Moerser in seiner ersten großen Rede als Landratskandidat von sich selbst eingefordert hatte.

„Ich bin deshalb so früh aufgestanden, um Zeit zum Zuhören und Kennenlernen zu haben“, sagte der Moerser CDU-Fraktionsvorsitzende und stellvertretende Kreisvorsitzende in Bezug auf seine frühe Kandidatur. „Ich will Polizisten, Kinderpfleger, Vertreter der Mitbestimmung, der Kirchen und der Feuerwehren kennenlernen, ihnen zuhören. Sie sind voller Ideen. Ich will daraus gemeinsame Ideen entwickeln.“

Die neue Kommunikationskultur durchzog wie ein roter Faden Brohls Rede, mit der er unter dem Titel „Der Kreis braucht einen neuen Landrat“ den Wahlkampf eröffnete, der mit dem Urnengang am 13. September 2020 endet. „Ich unterhalte mich auf Augenhöhe“, betonte der Moerser in der Gaststätte Schepers im Weseler Stadtteil Obrighoven. „Ich binde andere ein. Ich will mit-, ich betone: mitgestalten.“

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Immer wieder stelle er sich die Frage: „Was wäre, wenn mein Gegenüber doch recht hat?“, erklärte der Landratskandidat. Und er gab sich pragmatisch: „Mich interessiert nicht, woher eine Idee kommt, sondern ob der Kern der Idee gut ist. Wir brauchen einen konstruktiven Dialog, eine neue Vertrauenskultur. Es ist nicht demokratisch, eine Abgrabungskonferenz zu boykottieren.“ Indirekt kritisierte er mit diesen Aussagen Amtsinhaber Landrat Ansgar Müller.

„Mich reizt der Gestaltungsspielraum“, begründete der studierte Wirtschaftsjurist seine Kandidatur als Landrat, die vom CDU-Kreisvorstand beschlossen worden war. „Wir brauchen nach 15,5 Jahren einen Neuanfang im Kreis Wesel. Ich will ein neuer Landrat im Kreis mit neuem Vertrauen sein.“ Der Kreis liege zwischen dem Rheinland, dem Ruhrgebiet und den Niederlanden. Als solcher habe er mehr Potential und könne kein schrumpfender Kreis sein, wie es in einer Bertelsmann-Studie heiße. Als Beispiel für Wachstum nannte Brohl den Niederrheintourismus oder die Hafenverbund Deltaport.

„Ingo Brohl ist ein besserer und erfolgreicher Landrat“, gab CDU-Kreisvorsitzende Sabine Weiss dem Kandidaten mit auf den Weg. Schon mit der Kampagne „Unsere Heimat – Unsere Werte“ hätten andere und er „nicht nur Köpfe, sondern Herzen besetzt“. Diese begann im März 2018 und endete mit dem Kreisparteitag.

Dem Kreisparteitag schloss sich die Gesprächsrunde „CDU trifft“ an, zu der NRW-Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner eingeladen war.