Moers: Vorsicht, Unfallgefahr im Kreisverkehr!

Moers: Vorsicht, Unfallgefahr im Kreisverkehr!

Drei Minikreisel an der Essenberger Straße sollen Autos ausbremsen. Doch sie bereiten mehr Probleme als sie lösen.

Kreisverkehre erfreuen sich bei Verkehrsplanern zunehmender Beliebtheit. Gerade sogenannte Minikreisverkehre gelten als kostengünstige und sichere Alternative zu Ampelanlagen. Dass dies nicht immer so ist, zeigen die drei Minikreisel, die im Verlauf der Essenberger Straße angelegt wurden: Sie haben sich als unsicher erwiesen. Gut zwei Jahre nach Abschluss der Kanal- und Straßenbauarbeiten müssen Stadt und Enni dort nun nachbessern.

Mindestens 22 Unfälle hat es an den drei Knotenpunkten seit Anfang 2016 gegeben - so viele wurden jedenfalls der Polizei bis November gemeldet. Besonders häufig, nämlich 14 Mal, krachte es am Kreisverkehr in Höhe der Heinrichstraße. An den beiden anderen Kreisverkehren (Am Geldermannshof und Bergstraße) registrierte die Polizei jeweils vier Unfälle. Meist stießen einbiegende Fahrzeuge mit anderen zusammen, die sich bereits im Kreisverkehr befanden. Polizei und Stadtverwaltung sähen "dringenden Handlungsbedarf", heißt es in einer Vorlage für den Stadtentwicklungsausschuss.

Man braucht kein Verkehrsexperte zu sehen, um zu sehen, woran es bei den Minikreiseln hapert - einige Minuten Beobachtung und ein Selbstversuch (den unsere Redaktion gestern gemacht hat) reichen aus: Trotz entsprechender Beschilderung hat man als Autofahrer überhaupt nicht das Gefühl, sich in einem Kreisverkehr zu befinden. Ein leichtes Einschlagen des Lenkrads genügt, uns schon ist man, fast geradeaus, weiter unterwegs. Wer so fährt, blinkt in der Regel auch nicht beim Verlassen des "Kreisels" - die Polizei könnte hier massenweise Knöllchen verteilen.

Richtig abbremsen müssen die Autofahrer eigentlich nur dann, wenn sie rechts abbiegenen wollen. Flottes Fahren wird auch dadurch begünstigt, dass die Mittelinseln komplett überfahrbar sind. Das ist bei Minikreiseln (bis 22 Meter Durchmesser) Standard, damit Busse und andere große Fahrzeuge sie problemlos passieren können. Nach Angaben der Stadt häufen sich Beschwerden darüber, dass die Kreisel für Autofahrer schlecht zu erkennen seien und dass zu schnell gefahren werde. Viele Autofahrer, die auf der Essenberger Straße unterwegs sind, nähmen diese als Vorfahrtsstraße wahr.

Sind die Probleme Folge einer Fehlplanung? Stadtsprecher Thorsten Schröder verneint dies. "Aber manchmal bringt einen die Realität zu einer neuen Sicht der Dinge." Die Enni, die bereits den Umbau der Essenberger Straße geplant hatte, hat nun Verbesserungsvorschläge für die Probleme an den Kreisverkehren erarbeitet. Favorisiert wird eine Vergrößerung der Mittelinsel am Knotenpunkt Heinrichstraße mithilfe eines Rundbordsteins. Dadurch wird der Kurvenradius enger und die Mittelinsel, an der eine vier Zentimeter hohe Kante entsteht, ist nicht mehr so leicht zu überfahren. Kosten: 26.200 Euro. "Wir wollen schauen, wie sich das auswirkt und dann eventuell auch an den anderen Kreisverkehren kleinere Einengungen vornehmen", sagt Thorsten Schröder.

Der Linienbusverkehr werde durch die geplanten Maßnahmen nicht behindert, versichert der Stadtsprecher. Allerdings kann man sich leicht denken, dass Busse und Lastwagen aufgrund des engen Radius auch die erhöhte Mittelinsel überfahren werden (müssen). Auf Dauer wird das kaum ohne Schaden für den Aufbau bleiben. Die Enni hat denn auch vorsorglich darauf hingewiesen, dass mit der Verbesserungsmaßnahme ein erhöhter Unterhaltungsaufwand einhergehen wird.

(RP)