Neukirchen-Vluyn: Vluyner Nordring: Klage über Lastwagen

Neukirchen-Vluyn : Vluyner Nordring: Klage über Lastwagen

Viel Verkehrslärm durch zahlreiche Lkw und zu wenig Sicherheit für Kinder auf dem Schulweg bemängelt ein Ehepaar, das seit März am Nordring in Vluyn wohnt. Verwaltung und Polizei halten die Beschwerde für unbegründet.

Seit März wohnen Ulrich und Petra Bäumken am Vluyner Nordring. Bewusst hatte sich das Ehepaar dafür entschieden, aus der Stadt in das ruhigere Vluyn zu ziehen. Allerdings sind beide nun der Meinung: Mit der Ruhe hier ist es nicht weit her. "Uns war bekannt, dass es sich bei dem Vluyner Nordring nicht um eine Nebenstraße, sondern um eine Hauptverkehrsstraße, auch mit Busverkehr, handelt", haben die Bäumkes nun an die Stadt geschrieben. "Wir haben jedoch nicht erwartet, dass diese Straße – auch mit Schwerlastverkehr – völlig überproportional für diesen Ortsteil belastet ist."

Die Lärmbelästigung sei eine Sache, meint das Paar. Doch gefährlich seien die vorbeidonnernden Lastwagen vor allem für die Kinder, die "täglich auf dieser Straße in unmittelbarer Nähe von tonnenschweren LKW zur Grundschule laufen", heißt es in dem Brief.

Die Bäumkes haben versucht zu schätzen, wie viele Lkw täglich über den Vluyner Nordring fahren. Ab sechs Uhr morgens seien es ungefähr 1000 Fahrzeuge pro Stunde, mindestens 8000 Stück täglich, darunter viele schwere "Brummis".

Die Anwohner schlagen einige Maßnahmen vor, um die Probleme zu lösen, darunter folgende:

- Einrichtung einer Tempo-30-Zone

- Verbot für Fahrzeuge bestimmter Gewichtsklassen

- Einrichtung von zusätzlichen Parkstreifen

Der Bauausschuss wird sich am Montag, 9. September, um 17 Uhr mit der Eingabe der Bäumkes beschäftigen. Die Stadt und die Polizei haben in der Sitzungsvorlage bereits Stellung zu den Beschwerden genommen. So ist die Polizei der Auffassung, dass für Kinder und Jugendliche vor Ort keine besondere Gefahr besteht: "Rad- und Fußwege sind getrennt vom übrigen Straßenbereich sicher angelegt. Bauliche Querungshilfen und Schülerlotsendienst lassen keine speziellen Gefahrenstellen für den Schulwegsverkehr erkennen." Das "Unfallgeschehen" der vergangenen Jahre sei "unauffällig" gewesen.

Auch die Stadt teilt die Meinung des Ehepaar Bäumkes nicht. Einen Anlass für eine Tempo-30-Zone und für ein Verbot von Fahrzeugen bestimmter Gewichtsklassen sieht man im Rathaus keineswegs. "Die Einrichtung einer 30-km/h-Zone, sowie einer Tonnenreduzierung für LKW wird als nicht notwendig erachtet, das sie der Kategorie der Straße nicht entsprechen würde", heißt es in der Vorlage zum Bauauschuss. Der genehmigungspflichtige Schwerlastverkehr werde ausschließlich über die Niederrheinallee abgewickelt, lediglich der nicht-genehmigungpflichtige LKW-Verkehr könne den Vluyner Nordring nutzen.

(RP)
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