Versorger aus Moers Wie Enni seit 30 Jahren für nitratarmes Trinkwasser sorgt

Moers · Eine Kooperation mit Landwirten sichert dem Versorger aus Moers jährlich acht Millionen Kubikmeter Wasser, das ohne Aufbereitung auskommt.

 Kooperations-Landwirte stoßen mit ‚Niederrhein Gold‘-Gesellschafterin Urda Tersteegen (3.v.v.r.) und Wassermeister Bernd Kamradt (5.v.v.r.) an.

Kooperations-Landwirte stoßen mit ‚Niederrhein Gold‘-Gesellschafterin Urda Tersteegen (3.v.v.r.) und Wassermeister Bernd Kamradt (5.v.v.r.) an.

Foto: jpm.de

Vorbeugender Gewässerschutz – eine Strategie, bei der landesweit heute Wasseranbieter auf Kooperationen mit den in Gewinnungsgebieten wirtschaftenden Landwirten setzen. Auch dem Moerser Wasserlieferant Enni Energie & Umwelt Niederrhein (Enni) sichert dies jährlich acht Millionen Kubikmeter Trinkwasser, das ohne Aufbereitung auskommt und anders als in vielen anderen Regionen in Nordrhein-Westfalen keine Nitratprobleme kennt.

Rund eine Million Kubikmeter davon stammen heute pro Jahr aus dem Wasserwerk in Duisburg-Rumeln, das Enni seit drei Jahren für den Moerser Getränkeproduzenten Niederrhein-Gold Tersteegen betreibt und dort eine der ältesten, schon 1992 besiegelten landwirtschaftlichen Kooperationen des Landes pflegt. Zu deren 30. Geburtstag stießen jetzt beteiligte Landwirte, wie der Kooperationsvorsitzende Werner Knuf, Niederrhein-Gold-Gesellschafterin Urda Tersteegen und Enni-Wassermeister Bernd Kamradt mit einem Schluck Trinkwasser auf die gute Zusammenarbeit an.

Für Kamradt ist klar: „Wie in unseren anderen Wassergewinnungsgebieten hilft auch das Rumelner Bündnis die Ressource dauerhaft als Lebensmittel Nummer eins für unsere Region zu erhalten und Landwirten eine umweltverträgliche Bewirtschaftung der Äcker ohne Ertragseinbußen zu ermöglichen.“ Damit sichere die Kooperation zudem einen Rohstoff für die Getränkeproduktion.

In der Tat ist Trinkwasserqualität für Niederrhein-Gold enorm wichtig. Das Unternehmen hat das Rumelner Wasserwerk 2011 von den Stadtwerken Duisburg erworben, die es seinerzeit aufgaben. „Wir nutzen heute große Mengen Trinkwasser des durch die Bezirksregierung genehmigten Wasserrechts für die Getränkeherstellung“, sagt Tersteegen. Eine einwandfreie Qualität und der Einsatz für den Umweltschutz in den Fördergebieten sei Teil der Geschäftsphilosophie, was in landwirtschaftlich genutzten Gebieten wie Rumeln durchaus eine Herausforderung sei. Letzteres habe für die Zusammenarbeit mit dem erfahrenen Wasserversorger Enni gesprochen habe.

Die arbeitet in ihren Gewinnungsgebieten seit Jahrzehnten partnerschaftlich mit der Landwirtschaft zusammen, was dort zur deutlichen Reduzierung der Nitratwerte beigetragen hat. Auch in Rumeln unterstützt dabei ein durch Niederrhein-Gold und Enni gemeinsam finanzierter Berater der Landwirtschaftskammer des Kreises Wesel, der die aktuell 25 Kooperations-Landwirte in allen Fragen des Pflanzenanbaus und -schutzes, der Düngung und der extensiven Bewirtschaftung der Äcker berät.

So sind rund um die Förderanlagen aus Ackerland reine Grasflächen geworden. Weil die Landwirte dort gänzlich auf Stickstoffdünger und Pflanzenschutzmittel verzichten, gleichen Niederrhein-Gold und Enni den geringeren Ertrag Landwirten auch in Rumeln finanziell aus. „Das ist günstiger, als Nitrat aufwändig und teuer aus dem Grundwasser zu entfernen“, sagt Kamradt. „Den im Regionalvergleich seit Jahren unterdurchschnittlichen Wasserpreis würde das sonst für Kunden nach oben treiben.“

Für die Landwirte im bis nach Krefeld-Traar reichenden Wasserschutzgebiet Rumeln ist die Kooperation mit der Wasserwirtschaft gelebte Praxis. Sie setzen dabei auf die systematisch durchgeführte Nährstoffbilanz und wissen so genau, wann und wie viel sie düngen müssen. „Das bringt uns unter den Vorzeichen einer verschärften Düngeverordnung und wachsender wirtschaftlicher Zwänge Kostenvorteile“, sagt Knuf.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort