Verkehrskonzept für Gabelsberger Straße gefordert

Kita-Planung : Bündnis fürchtet Verkehrschaos an Kita

An der Gabelsberger Straße soll im Gebäude des Kirchenkreises eine weitere, dringend benötigte Innenstadt-Kita entstehen. SPD, Grüne und Grafschafter sorgen sich um die Verkehrssituation.

An dieser Tatsache gibt es nichts zu rütteln: Moers braucht zusätzliche Kita-Plätze - am besten viele und wenn möglich, schnell. Vor allem in der Innenstadt. Insgesamt 3.063 Plätze werden in den Moerser Kindertageseinrichtungen derzeit angeboten, davon 413 für Unter-Dreijährige. Das entspricht einer Versorgungsquote von 91,3 Prozent bei der Gruppe "Über 3". Erst bei 95 Prozent gilt der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz als erfüllt. Der Stadt drohen also Klagen. Das ist ein Grund, warum sich die Politik für eine neue Kita in einem bereits bestehenden Gebäude an der Gabelsberger Straße entschieden hat.

Der Kirchenkreis Moers hat sein Grundstück an der „Gabelsberger“ an einen Investor verkauft, ein Träger, der Einrichtungen in Berlin/Brandenburg und in NRW betreibt, hat ein Nutzungskonzept vorgelegt. Das liegt laut Stadtsprecher Thorsten Schröder derzeit zur Freigabe beim Landesjugendamt. Derweil macht sich das Bündnis für Moers (SPD, Grüne, Grafschafter) Sorgen um die Sicherheit vor allem von Fußgängern und Radfahrern.

„Auch wenn das Schaffen von Kitaplätze für das Bündnis für Moers sehr hohe Priorität hat, haben wir immer wieder auf die schon heute äußerst problematische Verkehrssituation bei Schulbeginn und Unterrichtsende hingewiesen“, sagt Gudrun Tersteegen, Vize-Fraktionschefin der Grünen im Stadtrat. „Drei schulen liegen dort in unmittelbarer Nähe, und sobald die Kita in Betrieb ist, müssen zusätzliche Parkmöglichkeiten für Eltern her - das ist an dieser Stelle schwierig. Ein reines Bewusstmachen der Gefahrensituation reicht da unserer Meinung nach nicht.“

Vorsorglich hat das Bündnis deshalb jetzt eine Anfrage an Bürgermeister Christoph Fleischhauer gestellt. Konkret wollen SPD, Grüne und Grafschafter wissen, welche verkehrskonzeptionellen Überlegungen die Stadt anstellt, damit die Situation mit dem Start einer zusätzlichen viergruppigen Kita mit rund 80 Plätzen für Kinder, Fahrradfahrer, Eltern, Lehrer, Lieferanten und Anwohner nicht noch gefährlicher wird, als sie jetzt schon ist.

Falls es noch keine Überlegungen gebe, heißt es, werde die Verwaltung gebeten, ein Verkehrskonzept vorzulegen und folgenden Fragen zu beantworten. Erstens: Wie können, vorrangig für Radfahrer, offensichtliche Gefahrenpunkte bei den An- und Abfahrten zur Schule, unter anderem an der Zufahrt Gabelsberger Straße, beseitigt werden? Zweitens: Ist es möglich, die Gabelsberger- und Seminarstraße zwischen 8 bis 18 Uhr zu Fahrradstraßen zu deklarieren - mit einer Auto-Erlaubnis ausschließlich für Anwohner, Lehrpersonal und Anlieferungs- und Dienstleistungsfahrzeuge? Drittens: Wie könnte diese Regelung durchgesetzt und kontinuierlich kontrolliert werden? Viertens: Wie wird ein Konzept „Walking Bus“, also: Gehgemeinschaften auf dem Schulweg vom Parkplatz Mühlenstraße zu den Schulen, bewertet? Fünftens: Was hält die Verwaltung von einem Konzept Elternhaltestelle „Mühlenstraße“?

Klar ist: „Es wird an der Gabelsberger Straße eine Verkehrssituation geben, die nicht einfach ist“, sagt auch Thorsten Schröder. „Deshalb wird es selbstverständlich ein Verkehrskonzept geben, das ist dann aber erst der zweite Schritt. Erst muss der Betreiber, sobald das Okay vom Landesjugendamt vorliegt, einen Bauantrag einreichen, parallel dazu wird die verkehrliche Machbarkeit geprüft. Da ist die Politik dann mit im Boot.“