Rückgabe von verbeulten Dosen, Ablaufdatum des Pfandbons Verbraucherzentrale NRW gibt Tipps rund ums Einwegpfand

Moers · Seit Beginn des Jahres gilt auch ein Pfand auf bestimmte Milchprodukte. So soll unter anderem die Umwelt geschont werden. Wo man Pfand zurückgeben kann und ob der Pfandbon ein Ablaufdatum hat.

 Auf Dosen gilt schon länger Pfand. Auch zerdrückte Dosen können zurückgegeben werden.

Auf Dosen gilt schon länger Pfand. Auch zerdrückte Dosen können zurückgegeben werden.

Foto: dpa/Gregor Fischer

Seit dem 1. Januar wird auch auf Milch- und Milchmixgetränke, die in Einwegflaschen aus Kunststoff mit mehr als 0,1 Liter Fassungsvermögen verkauft werden, ein Einwegpfand in Höhe von 25 Cent erhoben. Dies betrifft neben reiner Milch zum Beispiel auch Kakao und Kaffeegetränke mit mehr als 50 Prozent Milchanteil sowie trinkbaren Joghurt. Die gesetzliche Pfandpflicht gilt damit nun für nahezu alle Getränke in Einwegflaschen und -dosen. „Das verringert das Rätseln, für welche Verpackung Pfand fällig wird und für welche nicht, und sollte auch dazu führen, dass weniger Flaschen und Dosen in der Umwelt landen“, sagt Philip Heldt, Experte für Umwelt und Ressourcenschutz der Verbraucherzentrale NRW. Er erklärt die wichtigsten Regeln rund ums Einwegpfand.

Wie erkennt man pfandpflichtige Einwegflaschen und -dosen?

Einwegverpackungen, für die Pfand erhoben wird, müssen von den Herstellern deutlich lesbar und an gut sichtbaren Stellen als pfandpflichtig gekennzeichnet sein. Die Abfüller kennzeichnen sie mit dem Zeichen des Deutschen Pfandsystems (Flasche, Dose und Pfeil) und einem EAN-Code (Strichcode).

Wo können Einwegverpackungen zurückgegeben werden?

Pfandpflichtige Flaschen und Dosen können in jeder Verkaufsstelle zurückgegeben werden, die selbst Einweg-Verpackungen aus dem gleichen Material verkauft. Ausschlaggebend ist das Material und nicht Form, Marke oder Inhalt der Verpackungen. Händler müssen die leeren Verpackungen zurücknehmen und das Einweg-Pfand von 25 Cent auszahlen, auch wenn die Getränke in einem anderen Geschäft gekauft worden sind. Eine Ausnahme besteht nur bei kleinen Geschäften mit einer Verkaufsfläche unter 200 Quadratmeter: Sie müssen ausschließlich Leergut solcher Marken und Materialien zurücknehmen, die sie selbst im Sortiment führen.

Was ist mit „verbeulten“ Flaschen und Dosen?

Die Rückgabe von pfandpflichtigen Verpackungen erfolgt meist an Automaten. Das funktioniert jedoch nur, wenn Dosen und Flaschen nicht zerdrückt und Pfandzeichen und Strichcode gut erkennbar sind. Erkennt der Automat etwa wegen Beschädigungen die pfandpflichtige Einwegverpackung nicht, muss das Personal diese manuell annehmen und das Pfand erstatten. Das bestätigte 2023 auch ein Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart, das die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg erstritten hat. Fehlen allerdings Pfandzeichen und EAN-Code, wird es schwierig, die Verpackung als pfandpflichtig zu identifizieren. Das Verkaufspersonal kann eventuell an einer eindeutigen Flaschenform oder einem Prägungsmerkmal erkennen, dass es sich um eine Einwegpfand-Verpackung handelt.

Gibt es ein Verfallsdatum für Pfandbons?

Rechtlich sind Pfandbons drei Jahre ab dem Ende des Jahres gültig, in dem sie gedruckt wurden. Die Auszahlung der Pfandsumme ist auch nicht an einen Neukauf gebunden. Das Recht, die Bons in einem anderen Geschäft einzulösen als dort, wo die Verpackungen in den Automaten gegeben wurden, haben Kundinnen und Kunden nicht.

Was soll man tun, wenn Rücknahme und Pfanderstattung verweigert werden?

Wenn es Probleme bei der Pfandrückgabe oder beim Einlösen von Pfandbons gibt, sollten sich Verbraucher zunächst an die Geschäfts- oder Filialleitung wenden. Sollten sie damit keinen Erfolg haben, können sie die Untere Abfallbehörde der Kommune informieren. Die Verbraucherzentrale NRW hält dafür einen Musterbrief bereit. Alle Fragen rund ums Einwegpfand beantwortet die Verbraucherzentrale NRW unter www.verbraucherzentrale.nrw/node/11505.

(RP)
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