Moers: Verbale Scharmützel im Kulturausschuss

Moers: Verbale Scharmützel im Kulturausschuss

Die Stimmung in der Moerser Kulturpolitik wird gereizter. Im Kulturausschuss lieferten sich gestern die beiden CDU-Vertreter Ulrich Köhler und Ingo Brohl ein verbales Scharmützel mit Kulturdezernent Hans-Gerhard Rötters. Thema: die zukünftige Nutzung des Alten Landratsamtes, für das derzeit eine Arbeitsgemeinschaft ein inhaltliches Konzept erarbeitet. Angedacht ist es, im Alten Landratsamt Ausstellungen über Hanns Dieter Hüsch, über das jüdische Leben in Moers und das Archiv von Bernhard Schmidt unterzubringen.

Rötters will mit dem fertigen Konzept im nächsten Juni einen Förderantrag beim Land stellen. Die beiden CDU-Mitglieder wollten gestern hingegen auch über einen "Plan B" für weitere mögliche Nutzungen des Alten Landratsamts diskutieren – was Rötters folgendermaßen quittierte: "Sie werden den Kulturdezernenten nicht zu der Aussage bringen: Wir verscherbeln ein Stück Geschichte dieser Stadt." Beim Landratsamt handele es sich um ein elementares Erbe der Stadt, das im öffentlichen Besitz erhalten bleiben sollte. Daraufhin kritisierte Ulrich Köhler: "Es gibt kein Geld, um die Geschichtsstationen zu erhalten, aber dafür schon."

Dass die Stadtverwaltung plant, alle Geschichtsstationen auf dem Moerser Stadtgebiet zu entfernen, erfuhren die Politiker gestern nur zufällig im Rahmen der Vorstellung eines Stiftergartens, der im Moerser Schlosspark entstehen soll und von Bürgermeister Norbert Ballhaus und Landrat Ansgar Müller initiiert wurde. Die Geschichtsstationen, die 2000 aufgestellt wurden, seien unfalltechnisch nicht mehr haltbar, berichtet Rötters. Die Texte sollen ins Stadtarchiv überführt, die Ständer entsorgt werden. Hartmut Hohmann (SPD) zeigte sich damit gar nicht einverstanden und erklärte: "Das kann man so nicht hinnehmen. Ich halte die Existenz der Tafeln für notwendig." Er forderte kreative Ideen ein.

(RP)