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Moers: Unmut wegen türkischer Schule

Moers : Unmut wegen türkischer Schule

Die Bezirksregierung genehmigt wohl ein privates Eventus-Gymnasium in der Innenstadt. Der Schulausschuss und die Verwaltung müssen die Entscheidung akzeptieren. Sie befürchten aber negative Folgen für die Integration.

Der Initiator des türkischen Gymnasiums war gestern nur für eine kurze Stellungnahme erreichbar. "Wir wollten schon in Duisburg ein Gymnasium gründen, dort haben wir aber kein geeignetes Gebäude gefunden", sagt Erol Yücel, Vorsitzender des Rhein-Ruhr Bildungsvereins. Besser gesagt: Es gab in dem Rheinhausener Hauptschul-Gebäude Probleme mit dem Brandschutz — und da die geplante Schulform kein Gebäude vorweisen konnte, verweigerte die Bezirksregierung die Genehmigung.

Der Beigeordnete Hans-Gerd Rötters hat nur wenig Infos über die Schule. Foto: klaus dieker

Daraufhin hat der Verein beantragt, ein zweizügiges türkisches Gymnasium als Privatschule in Moerser zu errichten. "Wir suchen noch ein Objekt", sagt Yücel. "Sobald wir dieses haben, werden wir mit unserer Schule starten." Dem Vernehmen nach geht es um ein leerstehendes Gebäude in der Innenstadt. Die Stadt hat, sollte die Bezirksregierung die Anfrage genehmigen, keine andere Wahl, als die Bildungsstätte zu akzeptieren.

Hält nichts vom neuen Gymnasium: der Landtagsabgeordnete Ibrahim Yetim. Foto: Dieker, Klaus

Dennoch sind die Moerser wenig begeistert von der Idee. Im Schulausschuss taten Politiker aller Fraktionen ihren Unmut kund. "Das ist keine Integration, sondern Separation", sagt Barbara Freund (SPD). "Die Schule hat keinen Integrations-Gedanken", meint Maren Schmidt (Grüne). "Diese Schule tut Moers nicht gut — und diese Bedenken sind uns auch von der türkischen Bevölkerung zugetragen worden", sagt Ingo Brohl (CDU).

Auch der Moerser Landtagsabgeordnete Ibrahim Yetim (SPD) hat "keinen Spaß" an der Idee des Vereins. "Es läuft meinem Gedanken von Integration entgegen", sagt er. "Türkische Eltern könnten ihre Kinder von den anderen Schulen wegnehmen und auf das neue Gymnasium schicken."

Dabei weiß noch keiner so recht, was da eigentlich auf die Schullandschaft in Moers zukommt. "Wenn ich es richtig verstanden habe, dann können Schüler aller Nationalitäten an die Schule wechseln", sagt der Beigeordnete Hans-Gerd Rötters. Ob Deutsch Unterrichtssprache sei, ob Islam-Unterricht erteilt werde und ob Schulgeld gezahlt werden müsse — bislang halten sich die Initiatoren der Schule für den Standort Moers bedeckt.

Ibrahim Yetim bezweifelt, dass zumindest deutsche Eltern ihre Kinder an die türkische Schule schicken würden. "Das werden sie in der Regel nicht tun", meint er. Darauf sei sie laut Rötters aber auch nicht angewiesen. "Da sie als Privatschule nicht an Klassengrößen gebunden ist, können an dem Gymnasium theoretisch zwei Klassen à zehn Schülern existieren."

(RP/rl)