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Unfallkreuzung in Moers noch immer nicht entschärft

Nach schwerem Zusammenstoß in Moers vor zwei Jahren : Unfallkreuzung ist noch immer nicht entschärft

An der Kreuzung Ruhrorter Straße/Römerstraße sollten längst längere Grünphasen für die Fußgänger und Tempo 50 für Autofahrer eingerichtet sein. Aber der Landesbetrieb Straßen NRW hält seine Zusagen nicht ein.

Erst war es das erste Halbjahr 2018, dann die Sommerferien – aber die von Straßen NRW genannten Termine für die Umrüstung der Ampelanlage und die Aufstellung von Tempo-50-Schildern an der Kreuzung Ruhrorter Straße / Römerstraße in Asberg sind verstrichen, ohne dass etwas geschehen wäre.

An der Kreuzung gab es im November 2016 einen schweren Unfall. Ein Kleinbus erfasste zwei Teenager. Ein 16 Jahre alter Junge starb, ein Mädchen (13) wurde schwer verletzt. Zwar wurde die vielbefahrene Kreuzung von Moersern schon seit langer Zeit als gefährlich kritisiert, die Behörden stuften sie aber auch nach dem Unglück nicht als Unfallschwerpunkt ein. Auf Initiative der Stadt wurden dann doch im Zuge der Schulwegsicherung Maßnahmen zur „Entschärfung“ der Kreuzung vereinbart – in der Nähe liegt die Eschenburg-Grundschule, viele Kinder sind dort unterwegs. Unter anderem soll die Ampelanlage so umgerüstet werden, dass längere Grünphasen für Fußgänger entstehen. Zudem soll die Höchstgeschwindigkeit an der Ruhrorter Straße (einer Landesstraße) vor und hinter der Ampel von jetzt 70 auf 50 km/h gesenkt werden.

Zuständig für die Umsetzung ist der Landesbetrieb Straßen. Es habe personelle Veränderungen innerhalb des Hauses gegeben, sagte ein Mitarbeiter am Mittwoch. Zuletzt sei ein Termin in den Herbstferien angepeilt gewesen; Ampel-Umrüstungen würden gerne in die Ferienzeit gelegt. Aber auch die Herbstferien sind bekanntlich längst vorbei. Bei den Verzögerungen scheint auch ein Ausfall der betagten Ampelanlage im April eine Rolle gespielt zu haben. „Wir mussten auf den Defekt sofort reagieren“, berichtete der Mitarbeiter. Die Planung der kompletten Ampelumrüstung sei danach verschoben worden.

Die Moerserin Sandra Weber fühlt sich verschaukelt. „Allein aus meiner Familie müssen täglich drei Kinder auf dem Schulweg die Kreuzung passieren“, sagte sie unserer Redaktion. Darunter ist ihre Tochter, die früher die Eschenburgschule besuchte und jetzt auf dem Gymnasium ist. Sandra Weber gehörte zu den Eltern, die sich vor einigen Jahren an der Eschenburgschule für einen Schulwegplan engagiert hatten. „Eine Verbesserung der Ampelsituation konnten wir damals leider noch nicht umsetzen.“

Auch im Moerser Rathaus wird darüber gerätselt, warum Straßen NRW nicht längst aktiv geworden ist. „Wir sind nicht glücklich darüber“, sagte Stadtsprecher Thorsten Schröder. Man sehe die Dringlichkeit des Anliegens, gerade jetzt, in der dunklen Jahreszeit.

Fazit: Problem ungelöst