Neukirchen-Vluyn: Unermüdlicher Helfer

Neukirchen-Vluyn: Unermüdlicher Helfer

Seit 20 Jahren hat Heribert Hölz über 70 Hilfstransporte für die Menschen in Bosnien organisiert. Gemeinsam mit seiner Frau Ursula und vielen Helfern ist er das ganze Jahr über unterwegs für die gute Sache.

Wenn Heribert Hölz um Hilfe bittet, dann braucht er immer Unterstützung für andere Menschen, nie für sich selbst. Noch während des Bürgerkriegs im Ex-Jugoslawien organisierte er im Auftrag des Caritasverbandes die ersten Hilfsaktionen für die Menschen in Bosnien, die erste Hilfsfahrt fand 1992 statt.

Seitdem ist der heute 69-Jährige das ganze Jahr über aktiv für die "Ärmsten der Armen", wie er immer sagt, denn auch 16 Jahre nach Beendigung des Krieges sind sehr viele Menschen dort immer noch bettelarm und müssen mit ein paar Euro pro Monat auskommen.

2,5 Millionen Euro gesammelt

Über 70 Mal wurde von Hölz ein Hilfstransport nach Bosnien organisiert. Wie viele Tonnen Hilfsgüter mit Lastwagen zum Balkan transportiert wurden, lässt sich nur grob schätzen, es werden einige hundert gewesen sein. Am gesamten Niederrhein warb Heribert Hölz für die gute Sache. Entsprechend reichlich gingen Spenden von Privatpersonen, Firmen, Schulen und Kirchengemeinden ein.

Neben Lebensmitteln wurden Medikamente, Hygieneartikel, Kleidung, Werkzeug und Hausrat in Konvois auf den Weg gebracht. Nicht immer ging alles glatt, vor allem anfangs gab es an den Grenzen Probleme und regelrecht Schikanen wegen angeblich fehlender Papiere.

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Neben Sachspenden sammelte Heribert Hölz auch unermüdlich Geld für die Menschen in Bosnien — bisher rund 2,5 Millionen Euro. Von dem Geld wurden kleine Häuser gebaut, Schafe für arme Bauern gekauft, der Kauf eines Autos für einen Franziskaner-Pater ermöglicht oder — wie zuletzt noch — die Chemotherapie für ein krankes neunjähriges Mädchen finanziert.

Eine sehr große Rolle bei den zahlreichen Hilfsaktionen spielt die Marmeladen-Aktion. Vor allem Ursula Hölz und ihre fleißigen Helfer pflücken wochenlang Früchte, um daraus Marmeladen, Konfitüren und Gelees herzustellen. Im vergangenen Monat haben die Eheleute das 50 000. Glas an den Vorsitzenden des Neukirchen-Vluyner Lions Clubs übergeben.

Bis Weihnachten sind sie jedes Wochenende unterwegs, um ihre süßen Sachen zu verkaufen. Vom Erlös dieser sehr Arbeits-intensiven Aktion werden Suppenküchen in Zenica und Sarajewo finanziert. In Zenica erhalten 123 Menschen täglich eine warme Mahlzeit, das kostet immerhin 17 000 Euro pro Jahr. Noch viel aufwendiger ist das aktuell größte Projekt, die komplette Finanzierung der Alten- und Krankenhilfe in zwei bosnischen Städten mit einem Aufwand von 25 000 Euro pro Jahr.

Für Aufsehen sorgte auch der Transport des Inventars von Kirchen in Duisburg und Moers nach Bosnien. Heribert Hölz ist also immer für eine Überraschung und neue Ideen gut, wenn es darum geht, anderen zu helfen.

(RP)
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