Umweltschutz in Moers: Stadt will Glyphosat-Einsatz weiter dulden

Umweltschutz in Moers : Stadt will Glyphosat-Einsatz weiter dulden

Pächter städtischer Äcker benutzen das Mittel nur selten, hieß es im Ausschuss für Liegenschaften.

Geht es nach der Stadtverwaltung, dürfen Landwirte, die städtische Äcker gepachtet haben, auch in Zukunft das Pflanzenschutzmittel Glyphosat verwenden. Die städtischen Fachleute sind der Auffassung, dass ein Verbot „trotz Signalwirkung“ nicht per Pachtvertrag ausgesprochen werden sollte. So hieß es am Montag in einer Vorlage für den Ausschuss für Bauen, Wirtschaft und Liegenschaften. Die Stadtverwaltung bezieht sich auf eine Stellungnahme, die der Rheinische Landwirtschafts-Verband im Auftrag der Moerser Ortsbauernschaften Repelen, Hülsdonk-Kapellen und Vinn-Schwafheim verfasst hat. Darin heiße es, dass glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel aktuell zugelassen seien, in Moers aber nur selten eingesetzt würden. Mechanische Verfahren zur Unkrautvernichtung seien weniger wirksam und teurer.

Ein Verzicht auf die „chemische Keule“ auf Grün- und Ackerflächen der Stadt ist politisch gewollt. Allerdings gehören der Stadt nur 75 von insgesamt 1735 Hektar Ackerland in Moers. Ein „nachhaltiger Verbotseffekt“ wäre deshalb nicht zu erwarten, so die Stadtverwaltung. Zudem müsste ein in den Pachtverträgen festgelegtes Glyphosat-Verbot „konsequenterweise auch überprüft werden“, dafür fehle aber das Personal.

Um die biologische Vielfalt zu fördern, will die Stadt sich für die Anlage von Blühstreifen neben Ackerflächen einsetzen. Dabei möchte sie mit der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft zusammenarbeiten. Die Stiftung suche Flächen nach ökologischen Gesichtspunkten aus, kontaktiere Landwirte, säe geeignete Pflanzensamen und kontrolliere den Zustand der Blühstreifen.

Christopher Schmidtke (Grüne) und Gabi Kaenders (Linke) sprachen sich dafür aus, einen Teil der städtischen Ackerflächen in Blühstreifen zu verwandeln. Schmidtke unterstrich zudem, dass es wichtig sei, Sanktionsmöglichkeiten in Pachtverträgen mit Landwirten festzuschreiben, falls es zu unerlaubtem Einsatz von chemischen Mitteln komme.

Ingo Brohl (CDU) betonte, dass Landwirte auf Flächen angewiesen seien. Es sei zudem falsch, ihnen mit Misstrauen zu begegnen: „Landwirte sind sich ihrer Bedeutung bewusst. Sie wissen genau, was sie tun.“

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