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Umweltbewusst mit dem Elektro-Kabinenroller durch Moers

Mit dem Elektro-Kabinenroller durch Moers : Umweltbewusst auf drei Rädern

Wenn Michael Schneider mit seinem quietschgelben Elektro-Kabinenroller in Moers und Umgebung unterwegs ist, zieht er viele neugierige Blicke auf sich.

„Bei fast jeder Fahrt werde ich von Passanten angesprochen. Irgendjemand hat immer einer Frage“, so der 65-Jährige. Gemeinsam mit seiner Frau Sabine lebt er in Hochstraß und seit August 2019 ist er Besitzer eines auffälligen Econelo Elektro-Kabinenrollers. „Darauf gestoßen bin ich beim Durchblättern eines Kataloges. Ich war sofort begeistert und da der Roller wettergeschüzt und mit einer Heizung ausgestattet ist, fiel es mir auch nicht schwer, meine Frau von der Anschaffung zu überzeugen. Offene Seiten wären da sicherlich ein K.-o.-Kriterium gewesen.“ Die Gattin durfte dann auch die Farbe aussuchen und entschied sich für das auffällige Gelb. „Ein Vorteil dieser Signalfarbe ist auf jeden Fall, dass man nicht übersehen werden kann“, erzählt Michael Schneider lachend.

Übersehen wurde er auch nicht beim Autosalon des Mercator-Berufskollegs in Moers. „Zwischen all den Pkw fiel mein kleiner, gelber Flitzer schon ziemlich auf!“ Mit dem ungewöhnlichen Gefährt auf drei Rädern macht er hauptsächlich kürzere Fahrten, zum Beispiel nach Homberg und Neukirchen-Vluyn. Der 72-Volt-Blei-Gel-Akku schafft bis zu 65 Kilometer bevor er wieder aufgeladen werden muss. Dies kann übrigens an jeder haushaltüblichen Steckdose geschehen. Mit 45 km/h ist der Roller fast doppelt so schnell wie viele offene Dreirad-Roller. „Im Stadtgebiet ist diese Geschwindigkeit völlig unproblematisch und ausreichend“, berichtet Schneider. „Mit einem Roller, der nur 25km/h schafft, hätte ich mich unwohl gefühlt. Da verursacht man dann doch sehr schnell eine lange Schlange hinter sich im Straßenverkehr und macht sich unbeliebt bei anderen Verkehrsteilnehmern.“

Schneiders besitzen außerdem ein Pkw und benutzen den Econelo als Zweitfahrzeug. Die 64 Zentimeter breite Rückbank bietet Platz für einen Beifahrer oder für Einkäufe und Gepäckstücke. „In der Stadt ist der Roller total praktisch, gerade mit Hinblick auf die aktuelle Parkraum-Not. Ich darf mein Fahrzeug da abstellen, wo auch Fahrräder abgestellt werden können, das ist ein sehr großer Vorteil.“

So wird der Kabinenroller hauptsächlich für Einkäufe oder kleinere Ausflüge genutzt. Wendig, leise und vor allem umweltfreundlich hat Schneider bereits 1100 Kilometer damit zurückgelegt. „Auch mein Tageskind hole ich mit dem Roller aus Schwafheim ab“, so der Rentner.

Längere Touren hat das Paar mit dem Roller bis jetzt aber noch nicht zurückgelegt. „Für die Reise nach Norddeutschland oder Italien ist der Roller dann doch nicht geeignet“, so Schneider. Für den Alltag aber umso mehr. „Der Kabinenroller ist nicht nur eine echte Alternative für gehbehinderte oder ältere Menschen. Auch junge Menschen, die mobil sein wollen, können damit durchstarten.“ Wer vor dem 1. April 1965 geboren ist, kann die 25 km/h Variante komplett ohne Führerschein fahren. Alle anderen benötigen einen Mofa-Führerschein (Mindestalter 15 Jahre) oder aber mindestens den Führerschein der Klasse M für die 45 km/h Variante (Mindestalter 16 Jahre).

In den 50er Jahren konnte man Kabinenroller noch häufig auf den Straßen sehen. Einen besonderen Kultstatus hatte der Messerschmitt Kabinenroller, im Volkmund auch gerne „Schneewittchensarg“ genannt. Mit dem Slogan „Die Straßen werden immer voller – fahr’ Messerschmitt Kabinenroller“ wurde bereits damals ein Thema aufgegriffen, das heute aktueller denn je erscheint. Daher wundert es nicht, dass die „Dreiräder“ die Straßen zurück erobern.

Die modernen Modelle mit E-Motor sind platzsparend, fügen sich gut in moderne Verkehrskonzepte ein und sind eine saubere und umweltfreundliche Alternative zu Verbrennungsmotor-Fahrzeuge.