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Übung in Moers: Rauch aus der zweiten Etage von Braun

Feuerwehrübung in den Abendstunden in Moers : Feuerwehrübung mit viel Rauch

Die Wehr rückte zum Brandschutztraining am Mode- und Sport-Center an. Wie echt – inklusive Schaulustiger.

Obwohl sich bei den drei Feuerwehrautos das Blaulicht nicht drehte und kein Martinhorn blies, als sie am Abend  zur  Neustraße und zur Haagstraße anrückten, postierten sich einige Schaulustige. Als die Drehleiter hochfuhr, damit ein Feuerwehrmann zu einem Fenster über dem Gebäude „Braun – Wäsche und Dessous“ an der Neustraße gelangen konnte, zückten sie ihre Mobiltelefone. Von den Feuerwehrleuten angesprochen, dass dies sei nur eine Brandschutzübung sei, wollten sie es nicht glauben.

Der graue, geruchlose Rauch entstand nicht durch ein Feuer, sondern durch eine lautlose Nebelmaschine. Bernd Juretzka als Abteilungsleiter Sportswear und Übergrößen bei Braun hatte die Meldung abgesetzt: Im Lager, das in den oberen Geschossen im Gebäude zwischen der Neu- und der Haagstraße liege, brenne es. Wahrscheinlich befinde sich dort eine Person, eventuell auch mehrere. Löschzugführer Peter Ranft leitete die Meldung an Einsatzleiter Thomas Lauter weiter. Er befand sich mit zehn weiteren Feuerwehrleuten im Feuerwehrgerätehaus südlich des Moerser Bahnhofs.

Während die Feuerwehrleute starteten, forderte der Einsatzleiter bei der Kreisleitstelle Verstärkung an. Er orderte einen Rettungswagen, einen Notarztwagen und zwei weitere Löschzüge. Die Wehrleute gelangten ohne Blaulicht und Martinshorn zum Neumarkt. Thomas Lauter sprach an der Haagstraße mit Bernd Juretzka, der aufgeregt wirkte. Die Feuerwehrleute rollten die Schläuche aus, um sie mit Atemschutzanzug über ein Treppenhaus zum Brandort in der zweiten Etage zu bringen. Gleichzeitig postierte sich die Drehleiter auf der Neustraße. Mit einer Trage konnte die gesuchte Person, eine Puppe, aus der Gefahrenzone geborgen werden. Über die Schläuche, durch die kein Wasser floss, konnten sie den fiktiven Brand im Mode- und Sport-Center löschen. Dort hat es noch nie gebrannt hat. Auch weil durch Hausfeuerwehr, Sprinkleranlagen und jährliche Übungen mit dem Löschzug Stadtmitte alles dagegen unternommen wird.

Die Feuerwehr ging ohne Hektik vor. „Es bringt nichts, wenn wir hektisch sind“, sagte Ranft bei der Nachbesprechung. „Die Menschen sind schon hektisch. Wir behalten die Ruhe.“ Die Übung war realistisch, inklusive der Zuschauer, von denen bei einem echten Feuer wohl mehr da gewesen wären. „Sie behindern uns bei der Arbeit“, sagte Lauter.