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U18-Wahlen in Moers: Kinder und Jugendliche wählen ihr Europa

Schule und Wahlen in Moers :  Junge Moerser wählen ihr Europa

Die U18-Europawahl läuft. In der Barbaraschule Meerbeck hat der SCI ein Wahllokal eingerichtet. Kinder und Jugendliche aus ganz Moers können mitmachen.

Stella ist 15, Jason ist 14, und sie fänden es gut, wenn Politiker mehr auf das hören würden, was Kinder und Jugendliche sich wünschen. Am Dienstag haben die beiden an der Europawahl teilgenommen. Natürlich nicht an der „richtigen“ Wahl, die ist ja erst am 26. Mai, und Minderjährige dürfen da gar nicht mitmachen. Aber zum Glück gibt es die U18-Wahl. Ihr Ergebnis ändert zwar nichts an der Zusammensetzung des Europaparlaments. „Aber wenn viele Jugendliche mitmachen, nehmen das Politiker zur Kenntnis“, sagte Sozialpädagogin Julia Kremers, die die U18-Wahlen beim SCI zusammen mit ihrer Kollegin Kimberly Wilmsen betreut. Der SCI hat ein Wahllokal in der Meerbecker Barbaraschule eingerichtet. Bis Freitag können dort Kinder und Jugendliche aus ganz Moers ihre Stimmen abgeben. „Es gibt keine Altersbeschränkung nach unten“, erläuterte Julia Kremers. „Die Kinder sollten aber schon selbst ein Kreuzchen machen können.“ Denn in der Wahlkabine sind sie auf sich gestellt. Schließlich soll es, wie die echte Europawahl, eine freie und geheime U18-Wahl sein.

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U18-Wahlen als Instrument der politischen Bildung gibt es in Deutschland seit über 20 Jahren. Koordiniert werden sie in Nordrhein-Westfalen vom Landesjugendring. Wahllokale können in Schulen, Vereinsräumen, Büchereien eingerichtet werden – überall dort wo Kinder und Jugendliche sich aufhalten. Der SCI ist zum ersten Mal dabei. „Unsere Sozialpädagogen haben an weiterführenden Schulen in Moers für die U18-Wahl geworben“, sagte Kremers. Auch in den Offenen Ganztagsbetreuungen, die der SCI an fünf Grundschulen übernimmt, war und ist die Wahl ein Thema. „Wir möchten den Kindern Demokratie und Kinderrechte vermitteln“, erklärte Kimberly Wilmsen. Dafür hat der SCI in Zusammenarbeit mit dem „Moerser Signal“ sogar ein eigenes Programm aufgelegt.

 Julia Kremers zeigt eine Broschüre zur U18-Wahl sowie den Stimmzettel mit 40 Parteien.
Julia Kremers zeigt eine Broschüre zur U18-Wahl sowie den Stimmzettel mit 40 Parteien. Foto: Josef Pogorzalek

Zur Auswahl stehen im U18-Wahllokal dieselben 40 Parteien, die Wähler am 26. Mai ankreuzen können. Unterschied: Der SCI hat den Stimmzettel auf einem Din-A-4-Blatt ausgedruckt. „Wir wollen hier keinen verschrecken“, sagte Julia Kremers lachend. Der originale Stimmzettel sei ein Ungetüm von einem Meter Länge. Stella und Jason haben sich im Unterricht ausführlich mit den Parteien und ihren Positionen befasst. „Wir haben zusammen mit unserem Lehrer den Wahl-O-Mat gemacht und eine Broschüre durchgenommen“, sagt Stella. Die Broschüre mit Standpunkten der großen Parteien zu wichtigen Fragen und weiteres Infomaterial hat der SCI vom Landesjugendring bekommen. Stella findet es aber gut, dass auch kleine, unbekannte Parteien bei der Europawahl antreten. „Sie wären vielleicht auch größer, wenn die Menschen sie besser kennenlernen würden.“

Möglicherweise sind Stella und Jason besser vorbereitet zur Urne gegangen als viele Erwachsene es am 26. Mai tun werden. Für welche Partei sie stimmen? „Mir sind Mitbestimmungsrecht, Umwelt und Tierschutz wichtig“, verriet Stella lediglich. Auch Jason wünschte sich, dass mehr für den Klima- und Umweltschutz getan wird. „Wir Jugendlichen leben schließlich noch länger“, sagte er. Möge die Botschaft an der richtigen Adresse ankommen.