TV Kapellen will weiter um die Tabellenspitze mitspielen

Handball in Moers : TV Kapellen will weiter um die Tabellenspitze mitspielen

Der Handball-Verbandsligist geht mit Trainer Christian Ginters ins dritte Jahr und hat den Blick klar Richtung Tabellenplatz eins ausgerichtet.

Der Weg ist klar vorgegeben. Es gilt einen weiteren, wichtigen Schritt zu tätigen, damit der Entwicklungsprozess das gewünschte nächste Level erreicht. Die Handballer des TV Kapellen haben bekanntlich vor zwei Jahren den souveränen Verbandsligaaufstieg bejubelt und gleich auf Anhieb die folgende Meisterschaft auf einem beachtlichen dritten Tabellenplatz beendet. Mit den Erfolgen wachsen allerdings zwangsläufig auch die Begehrlichkeiten. Doch der Verein stellt sich selbstbewusst den Aufgaben und Herausforderungen, ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren.

„Wir wollen in der kommenden Saison oben mitspielen“, formuliert Spielertrainer Christian Ginters ganz klar die Zielvorgabe. „Wir haben sicherlich eigene, hohe Ansprüche, wohl wissentlich, dass die Konkurrenz nicht schläft. Ob nun die Oberligaabsteiger SV Neukirchen oder TV Aldekerk II, die starken Aufsteiger aus der Landesliga, Lürrip und Rhede oder der TV Geistenbeck wie auch die HSG Vennikel/Rumeln-Kaldenhausen. Meiner Meinung nach, wird sich die Liga künftig stärker und ausgeglichener als noch im Vorjahr präsentieren. Es werden zudem eine Menge an Faktoren in den Meisterschaftsverlauf einfließen, Kleinigkeiten, die Spiele entscheiden.“ Der TV Kapellen hat seine Hausaufgaben bezüglich der Personalplanung umsichtig und gezielt erledigt. Der Kader wurde deutlich verstärkt und vor allem breiter aufgestellt.

Johannes Zadraschill (HSV Frechen/Verbandsliga) ist im linken Rückraum zu Hause. Er gehörte schon in der Endphase der abgelaufenen Saison zum Aufgebot. Nils ter Haar (VfB Homberg/Regionalliga) ist die Verstärkung für die halbrechte Seite. Durch die Verpflichtung des Linkshänders ergeben sich in der Offensive ganz andere, neue Möglichkeiten im Rückraum. Vincent Lenz (SV Neukirchen II/Bezirksliga) verfügt über gute Potenziale, ist eine Alternative auf Halblinks.

Kapellen hat für die Kreisposition gleich zweimal zugeschlagen: Andreas Murmann kommt vom VfB Homberg II (Landesliga) und Nils Deinert vom VfL Rheinhausen (Bezirksliga). Mit Janus Fiegen (Studium) und Mario Bologna (TB Oberhausen) haben dagegen nur zwei Spieler den Verein verlassen. „Ich denke, wir haben uns gut verstärkt“, betont Christian Ginters, für den bald seine dritte Saison als „Chef“ beginnt und er somit weiter mit Co-Trainer Frank Rosendahl ein Gespann bildet. „Wir können demnächst beispielsweise besser auf Verletzungen und Formkrisen reagieren oder einfach nur wechseln, ohne einen Qualitätsverlust hinnehmen zu müssen. Dadurch sind wir nicht mehr so leicht auszurechnen.“

Kapellen lebt in der Offensive vor allem von der Wurfgewalt aus der zweiten Reihe, mit den bewerten Kräften wie Christian Lange, Steffen Pitzen oder Leon Schneemann. Neben einer guten und ausgeprägten Individualität müssen aber künftig die spielerischen Abläufe einen höheren Stellenwert einnehmen. „Meine Mannschaft benötigt in erster Linie mehr Konstanz als im Vorjahr“, ergänzt Christian Ginters. „Wir sollten ruhiger und abgeklärter in Erscheinung treten, die Übersicht in kniffligen Situationen behalten sowie frühe und unnötige Abschlüsse vermeiden.“

Die intensive Vorbereitungsphase wird dazu genutzt, um die fünf Neuzugänge in die Mannschaft zu integrieren. Die Spieler müssen in vielen Trainingseinheiten die Abläufe in der praktizierten 6:0-Standard-Deckung schnell verinnerlichen. Kapellen will sein Repertoire aber erweitern, wird sich aller Voraussicht nach als Alternative für eine offensivere 5:1-Formation entscheiden. Ganz bitter ist momentan der Ausfall von Henrik Bullermann.

Der Abwehrchef muss wegen einer schwereren Schulterverletzung auf unbestimmte Zeit passen. „Ich hoffe, dass wir gerade in der Verteidigung schnell unseren eigenem Rhythmus finden und zu einer Einheit zusammenwachsen“, sagt Christian Ginters. „Aber ich bin guter Dinge. Ich habe selten zuvor eine so harmonische und ausgeprägte mannschaftliche Geschlossenheit gesehen.“

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