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Tummelferien in Moers: Erzieher Achim Krenn nimmt Abschied.

Ferienprogramm in Moers : Die Tummelferien haben ihn geprägt

Der Erzieher Achim Krenn hat das städtische Ferienprogramm für Kinder viele Jahre lang mitgestaltet. bei der 50. Ausgabe sollte er seinen Abschied feiern. Doch Corona machte einen Strich durch die Rechnung.

Voller Spannung und mit großen Erwartungen machte sich der Erzieher Achim Krenn am 1. August 1981 auf den Weg zu seiner neuen Arbeitsstelle bei der Stadt Moers im Jugendzentrum Südring. Es waren Sommerferien und im Jugendzentrum herrschte rege Betriebsamkeit – dort standen die Tummelferien auf dem Programm. Etwas verunsichert steuerte Krenn das Büro an und stellte sich vor. Die Reaktion des Leiters: „Dem haben wir vergessen, Bescheid zu sagen.“

Bei den Tummelferien haben die Mitarbeiter nämlich frei. „Aber hättest du Lust mitzumachen?“ Krenn hatte. 40 Jahre später hätte er das bei den 50. Tummelferien auch gehabt, zumal das auch sein Ausstieg aus dem Berufsleben gewesen wäre. Doch Corona wollte es anders. Und so wurde der Abschied von seinem Herzensprojekt ein trauriger. Was bleibt, sind viele tolle Erinnerungen mit unzähligen Kindern, den Betreuerteams und den Kolleginnen und Kollegen im Kinder- und Jugendbüro. Achim Krenn hat die Tummelferien geprägt, und die Tummelferien haben Achim Krenn geprägt. „Am letzten Tag wollte ich für immer ‚Tschüss‘ sagen. Aber der Traum ist leider geplatzt.“

 Achim Krenn als Leiter des Spielpunkts Innenstadt im Freizeitpark im Jahr 2000. (Foto: pst)
Achim Krenn als Leiter des Spielpunkts Innenstadt im Freizeitpark im Jahr 2000. (Foto: pst) Foto: pst
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Stadtjugendpflegerin Christel Ruback und Pädagogin Christel Lukas haben das Projekt ins Leben gerufen. 100 Kinder waren am ersten Tag auf dem Bolzplatz neben der Grafschafter Kampfbahn dabei. Betreut von zwölf jungen Leuten aus Dänemark, Frankreich, Niederlanden und Deutschland. Das Grundkonzept hat sich bis heute nicht verändert: Zielgruppe sind vor allem Kinder, die nicht in die Ferien fahren können. Heute sind sie auch für berufstätige Eltern besonders wichtig. Und noch etwas ist gleich: „Wir helfen den Kindern, selbstständiger zu werden. Und das immer mit viel Spaß.“ Die Kosten beliefen sich damals auf rund 5000 Mark, aktuell sind es 85.000 Euro.

Nach Südring und Kapellen ist Krenn 1992 im Spielpunkt am Rodelhügel/Streichelzoo im Freizeitpark angekommen. „Ich wollte nicht mit den Kindern in eine Halle oder in sonstige geschlossene Räumlichkeiten. Und so schlecht ist unser Wetter im Sommer nun auch nicht“, erzählt er. „Sicherlich mussten wir auch ab und an den Platz wegen Überflutung verlassen, aber nach drei Tagen Eissporthalle konnten wir wieder zurück.“

Achim Krenn auf die Tummelferien zu reduzieren, würde dem engagierten Jugendarbeiter nicht gerecht werden. Er hat bei vielen Veranstaltungen mitgewirkt – beim alten „Jazz Festival“, beim „Folk‘n Fool“ (heute: Comedy Arts), MAMF oder „Freefall“. Er hat jeden Spielplatz mitgeplant und mit dem Spielmobil bereist. Ein Promi ist Achim Krenn sicher nicht, aber bekannt wie der berühmte „bunte Hund“. Beim Gang durch die Stadt wird er oft von kleinen und großen Moersern erkannt: „Bist du nicht der Achim?“ Ist er. Bleibt er. Nur bei den Tummelferien nicht.

Statt großer Abschiedsfeier gibt’s für ihn allerdings nur einen ruhigen Abschied. „Ich gehe leise. So wie ich auch gekommen bin.“ Aber wer weiß: Vielleicht sieht man ihn doch noch einmal bei den Tummelferien. Seine Tochter wird bald drei. Nur dann heißt es auch für ihn: „Elternfreie Zone“!

(RP)