Moers: Trauer um Trompeter Rod Mason

Moers: Trauer um Trompeter Rod Mason

Am 4. Dezember spielte Rod Mason sein Abschiedskonzert im Duisburger Hof. Selbstverständlich war der große Saal ausverkauft, genauso wie in den vielen Jahren zuvor. Für den Duisburger Jazz-Promoter Bernd Albani waren die weihnachtlichen Jazz-Konzerte von Rod Masons Hot Five "eine feste Bank". Und längst waren Albani und Mason über die berufliche Verbindung hinaus zu Freunden geworden. Mit seiner Trompete, die Mason so spielte, dass er "als legitimer Nachfolger von Louis Armstrong" gehandelt wurde, gehörte der international renommierte Jazz-Musiker zu den beliebtesten Gästen in der JazzLive-Reihe. Nun ist Rod Mason im Alter von 76 Jahren in einem Neusser Krankenhaus gestorben. Wer weiß, was aus dem kleinen Jungen im englischen Plymouth geworden wäre, wenn der Vater nicht so viele Schellack-Platten zu Hause gehabt hätte. Und wenn er nicht selbst ein Jazz-Liebhaber und Schlagzeuger mit eigener Band gewesen wäre. So aber wuchs Rod Mason in einer musikliebenden Familie auf, lernte Klavier und Geige, bis er in einem Schrank in der Schule eine alte Posaune entdeckte und ausprobierte.

Kleine Auftritte in der Kirche, später der Einstieg als Trompeter in die Band des Vaters, die Begeisterung für die Musik von Louis Armstrong, die er zum ersten Mal als Vierjähriger auf dem Grammophon gehört hattte und der Konzertbesuch als 17-Jähriger - all das führte dazu, dass Rod Mason erstens dem Jazz verfiel und zweitens ganz besonders den im New-Orleans-Stil pflegte.

Vier Jahre spielte er mit Monty Sunshine zusammen, nachdem sich dieser von Chris Barber getrennt hatte. 1964 gründete er die Rod Mason Jazz Band, die sich wieder auflöste, als Mason das Angebot von Mr. Acker Bilk bekam. Vier Jahre blieb er bei ihm. 1983 dann der Einschnitt: Mason verließ England, kam nach Deutschland, lernte seine Frau Ingrid kennen, die auch seine Managerin war und mit der er in Kaarst lebte. Mit seinen "Hot Five" war der Trompeter immer Gast auf den Jazz-Bühnen am Niederrhein. Dem Jazz galt sein ganzes Leben, und ganz besonders liebte er die Musik eines Louis Armstrong. Im Duisburger Hof gab es nach dem Konzert einen Riesenapplaus, der auch ein Dankeschön zum Abschied war. Traurig, dass dieser Abschied so endgültig ist.

(RP)
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