Moers: Toter Macho hilft bei der Suche nach dem Mörder

Moers: Toter Macho hilft bei der Suche nach dem Mörder

14 Mal Mord und Totschlag, Gift und Galle, in Moers ist wieder Krimifestival. Nachdem sich die Moerser Krimifans bei der Auftaktveranstaltung am Samstag in der Sparkasse am Niederrhein schon mal von vier Experten mit der nötigen Anfangsspannung hatten versorgen lassen, ging es am Dienstag mit einer Lesung der in Ratingen geborenen und jetzt am Niederrhein lebenden Autorin Jutta Profijt mordsmäßig spannend weiter. Rund 100 Besucher waren an diesem Abend in den Moerser Jugendtreff "Bollwerk" gekommen, um Pascha, den ungewöhnlich Helden ihres Buches "Kühlfach 4" und dessen unfreiwilligen Freund, den altbackenen Pathologen Dr. Martin Gänsewein, kennen zu lernen und sich dabei köstlich zu amüsieren.

Witziges Ermittlergespann

Pascha und Dr. Gänsewein sind das derzeit originellste und witzigste Ermittlergespann der deutschen Krimi-Szene, und das nicht nur, weil sie so schrecklich unterschiedlich sind, sondern, weil sie eigentlich gar nicht mit einander kommunizieren dürften, denn der kleine Autoknacker Pascha ist tot und wurde als vermeintliches Unfallopfer von Dr. Gänsewein bereits fachgerecht pathologisch zerlegt und obduziert. In Wirklichkeit war das Ganze jedoch ein gemeiner Mord gewesen, und damit der nicht unaufgeklärt bleibt, braucht Macho Pascha jetzt einen Helfer. Die Idee zu dem ungleichen Pärchen war der Autorin bei einem Vortrag für Krimi-Autorinnen im Kölner Institut für Rechtsmedizin gekommen, wie sie dem Publikum vor ihrer Lesung erklärte: "Ein Rechtsmediziner, der in der Wirklichkeit von einer Leiche verfolgt würde, hätte ein Problem, aber für einen Krimi war das kein schlechter Gedanke." Dabei war ihr das Wesen der Leiche sofort klar gewesen: "Männlich, macho und mordsmäßig", womit auch die Eigenschaften seines Mitspielers Martin schon ungefähr festgelegt waren, nämlich penibel, bieder und brav gescheitelt.

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Nun galt es nur noch, die richtige Art zu reden für Pascha zu finden, was nicht so einfach war, denn als gelernte Kauffrau und Fremdsprachenkorrespondentin fehlte ihr dazu der nötige Kontakt zur kleinkriminellen Autoknackerszene. Doch nach einigen sprachlichen Internetrecherchen wurde sie schließlich in der heutigen Jugendsprache fündig, und so konnten sich ihre beiden Helden nun – jeder auf seine ganz authentische Weise – mit dem anderen unterhalten. Genau hierin lag denn auch der besondere Witz des Buches, dem Jutta Profijt mit ihrer eigenen witzigen Art an diesem Abend noch einen zusätzlichen humorvollen Akzent gab. Das im Münchener dtv-Verlag erschienene Taschenbuch "Kühlfach 4" hat unter dem Titel "Im Kühlfach daneben" bereits eine erste Fortsetzung gefunden.

Info Freitag, 5. März, 20 Uhr, wird Oliver Bottini im Wasserhaus Moers, Danielshof, Schwarzer Weg, zu einem badischen Spezialitäten-Imbiss aus seinem Roman "Jäger in der Nacht" lesen.

(RP)