Tödlicher Unfall in Moers: Fahrzeugdaten sollen Fahrer überführen

Nach tödlichem Autorennen in Moers : Fahrzeugdaten sollen zweiten Fahrer überführen

In Moers ist im April eine unbeteiligte Frau bei einem mutmaßlichen Autorennen ums Leben gekommen. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft laufen immer noch auf Hochtouren. Eine wichtige Zeugin wird weiterhin gesucht.

Nach dem Tod einer 43 Jahre alten Frau, die am Ostermontagabend auf der Bismarckstraße mit ihrem Kleinwagen in ein wahrscheinlich illegales Autorennen geriet, laufen die Ermittlungen auf Hochtouren. Der 21 Jahre alte Mann, der im Verdacht steht, den hoch motorisierten Mercedes gesteuert zu haben, der auf der Gegenfahrbahn mit dem Auto der zweifache Mutter zusammenstieß, sitzt weiter in Untersuchungshaft und soll in den nächsten Tagen psychiatrisch begutachtet werden.

„Eine solche Untersuchung ist bei Kapitalverbrechen Standard“, erklärt der ermittelnde Staatsanwalt Sebastian Noé. Hinweise auf entsprechende mögliche Beeinträchtigungen sehe bei dem Tatverdächtigen derzeit nicht.

Der 21-Jährige soll nach dem Unfall aus seinem demolierten Wagen gestiegen und geflüchtet sein. Dank zahlreicher Zeugenaussagen kamen ihm die Ermittler auf die Spur, nach einer öffentlichen Fahndung stellte er sich der Polizei. Noé geht davon aus, dass die Anklage gegen ihn in eineinhalb bis zwei Monaten steht. Ermittelt wird wegen Mordes.

„Derzeit werden die Fahrzeugdatenspeicher ausgewertet“, sagt der Staatsanwalt. „Daraus erhoffen wir uns Erkenntnisse über das Fahrverhalten der beiden Fahrer.“ Den zweiten mutmaßlich am Rennen beteiligten Fahrer eines Range Rovers konnte die Polizei ebenfalls ermitteln. Auch er ist 21 Jahre alt, auch er schweigt zu den Vorwürfen.

Verschwunden bleibt hingegen die Frau, die der schwer verletzten 43-Jährigen direkt nach dem Unfall geholfen haben soll. Für die Ermittler wäre sie eine wichtige Zeugin. „Wenn es diese Zeugin tatsächlich gegeben hat, kann ich mir nicht erklären, warum sie sich nicht meldet“, sagt Noé.

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