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Tödlicher Unfall auf Römerstraße in Moers: Zeugenaussagen belasten Autofahrer

Tödlicher Unfall : Zeugenaussagen belasten Autofahrer

Nach dem tödlichen Unfall vom 9. August ist der 33 Jahre alte Fahrer in dauerhafter psychologischer Behandlung. Die Aussagen vieler Zeugen deuten derweil darauf hin, dass der Mann über Rot gefahren sein könnte. Ein 67-Jähriger war bei dem Unfall gestorben.

Im Fall des tödlichen Unfalls an der Kreuzung Römerstraße/Ruhrorter Straße geht die Polizei mittlerweile stark davon aus, dass der 33 Jahre alte Autofahrer, der einen 67 Jahre alten Radfahrer zu Tode fuhr, über eine rote Ampel gefahren ist. „Wir haben zahlreiche Aussagen von Zeugen, die darauf hindeuten“, sagte Andrea Margraf, Sprecherin der Polizei Wesel, auf Anfrage unserer Redaktion.

Am Freitag, 9. August, war der aus Moers stammende Radfahrer angefahren worden, als er die Kreuzung überquerte, und später seinen schweren Verletzungen erlegen. Den Unfall hätten, laut Polizei, „sehr viele Zeugen“ beobachtet und sich danach auch gemeldet: „Es war Nachmittag und deswegen viel los auf der Kreuzung. Viele Leute haben das Geschehen mitbekommen, wenn auch nur aus dem Augenwinkel.“

Laut Ermittlungen der Polizei funktioniere die Ampelanlage einwandfrei. Darüber, wie lange die Ampel zum Zeitpunkt des Unfalls schon „Rot“ anzeigte, konnten die Ermittler noch keine Angaben machen.

Der Unfallfahrer, der aus Neukirchen-Vluyn stammt, ist derweil noch lange nicht in der Verfassung, um von der Polizei vernommen zu werden, wie Margraf sagte: „Der Mann sitzt dauerhaft in ärztlicher Behandlung. Daran, ihn zu vernehmen, ist noch überhaupt nicht zu denken. Das wird wohl auch noch dauern.“

Ansonsten seien die polizeilichen Ermittlungen so gut wie abgeschlossen, der Fall gehe im nächsten Schritt an die Staatsanwaltschaft. Parallel dazu sei auch ein Sachverständiger damit beauftragt, ein Gutachten zu erstellen. Er überprüft die Unfallstelle und ermittelt auch anhand von elektronischen Daten aus dem Fahrzeug Details zum Unfallhergang.

Der Unfall hatte in Moers wieder Diskussionen angefacht, war er doch nicht der erste, der an der vielleicht gefährlichsten Kreuzung der Stadt tödlich endete. Erst vor zweieinhalb Jahren war dort der 16 Jahre alte Konstantinos Rentzos beim Überqueren der Straße von einem Kleinbus erfasst und getötet worden. Viele Menschen hatten daraufhin die Verkehrsführung an dieser Stelle kritisiert, auch ein Kreisverkehr wurde mehrfach gefordert. Die Stadt will sich nun überlegen, wie es mit der „Todeskreuzung“ weitergehen soll.

Erst im Februar war die Ampelanlage an der Kreuzung umgebaut worden, um Fußgängern eine längere Grünphase zu gewähren. Im selben Zug wurde auch die zulässige Höchstgeschwindigkeit von 70 auf 50 km/h herabgesetzt. Claus Peter Küster, Fraktionschef der Grafschafter im Moerser Stadtrat, fordert jetzt die Installation einer stationären Blitzeranlage. „Ich habe das Gefühl, dass viele Autofahrer die neue Temporegelung noch nicht verinnerlicht haben“, sagt er. „Ein fest installierter Blitzer könnte dafür sorgen, dass die Leute vom Gas gehen.“ Zuständig für die Umsetzung wäre der Landesbetrieb Straßen NRW.

(cpas)