The Mourning Post planen großes Comeback

Moers : Zu den Enni-Nights fürs große Comeback

„The Mourning Post“ wollen in neuer Besetzung und mit neuen Songs endlich wieder vor Publikum spielen.

Eigentlich lief alles rund bei „The Mourning Post“: Nach einigen Auftritten auf kleineren Bühnen veröffentlichte die Alternativeband 2016 ihre erste EP mit fünf selbst geschriebenen Songs. Doch dann stieg ein Mitglied aus studienbedingten Gründen aus und das Bandleben geriet ins Stocken. Anfang 2017 spielten sie ihr bislang letztes Konzert. Eineinhalb Jahre später wollen sie in neuer Besetzung und mit neuen Songs endlich wieder vor Publikum spielen. „Deine Bühne“ soll daher den Jungs ihr großes Comeback bescheren.

Die vier Mitglieder Thomas (28, Gitarre), Marco (28, Schlagzeug), Lars (29, Gesang und Gitarre) und Niklas (27, Gesang und Bass) kennen sich schon seit ihrer gemeinsamen Schulzeit in Grevenbroich. Musik machten sie schon damals, jedoch getrennt voneinander in unterschiedlichen Konstellationen. 2016 gründeten sie schließlich ihre Band, die damals noch „Lieutenant! Lieutenant!“ hieß. Zu dieser Zeit auch noch ohne Thomas. Musikalisch bewegte sich die Band im Punk-Genre, was einerseits am persönlichen Geschmack lag, andererseits aber auch äußerst pragmatische Gründe hatte. „Wir konnten damals noch viel weniger an unseren Instrumenten, da war Punk für uns einfacher“, erzählt Lars. Das hat sich jedoch mit den Jahren geändert, sodass immer mehr Emo- aber auch Popeinflüsse in den Songs der Gruppe zu hören sind. Dabei setzen die vier gleichermaßen auf laute wie leise Klänge.

Alle Songs werden von der Band selbst geschrieben. „Wir wollten nie eine Coverband sein“, berichtet Lars. Er ist es auch, der für das Schreiben von neuen Songs hauptverantwortlich ist. In den meisten Fällen komponiert er eine Melodie als Basis, anhand derer die anderen Bandmitglieder zusammen mit ihm den fertigen Song komponieren. „Es ist schön zu sehen, wie die Songs durch uns gemeinsam wachsen“, sagt Lars. Ihre musikalischen Vorbilder sind die US-amerikanischen Bands „Jimmy Eat World“ und „The Get Up Kids“.

Die Texte für die Songs schreibt Lars dagegen weitestgehend allein. Deren Themen sind weniger politisch, sondern drehen sich hauptsächlich um Gefühle und Alltagserfahrungen. Alle auf Englisch und alle mit persönlichem Hintergrund, wenn auch nicht autobiografisch. So handelten die Songs der ersten EP vor allem von den Herausforderungen, zum ersten Mal im Leben auf eigenen Beinen zu stehen. Zu Hause ausziehen, sein Leben organisieren und dazu noch das typische Geflecht aus Beziehungen – eben das, was das Erwachsenwerden ausmacht.

Doch ähnlich wie ihr Musikstil, haben sich mittlerweile auch ihre Texte ein wenig gewandelt. Genauso wie ihr Leben: Denn während die vier damals noch alle ihre Zeit in Vorlesungssälen verbrachten, stehen sie mittlerweile größtenteils im Berufsleben. So sind auch die Texte erwachsener geworden. „Ich schreibe jetzt viel über Fehler von früher, die man im Rückblick sehr bereut“, sagt Lars.

Was die Band definitiv bereut, ist ihre lange Abstinenz von der Bühne, denn diese war nicht freiwillig. Aufgrund des hohen Stresses im Studium legte das ehemalige Mitglied Julien zunächst eine Pause ein, um Anfang 2017 die Band endgültig zu verlassen. Ein Rückschlag, der die Band jedoch nicht aufhalten sollte. „Für uns war sofort klar, dass wir nicht aufhören wollen“, sagt Marco. Doch es brauchte einen Ersatz, den die drei verbliebenen Mitglieder letztendlich mit Thomas fanden, mit dem sie ebenfalls seit Schulzeiten befreundet sind. „Ich mochte die Musik und da habe ich mich einfach selbst vorgeschlagen“, erzählt Thomas. Anschließend begannen wieder regelmäßige Treffen in ihrem neuen Proberaum in Düsseldorf.

Doch was noch fehlt, ist der erste Auftritt in der neuen Besetzung. „Wir wollen spielen ohne Ende“, bringt es Niklas auf den Punkt. „Deine Bühne“ wäre für sie deshalb der ideale Ort, um sich und ihre neuen Songs vor großem Publikum zu präsentieren. „Das wäre eine große Chance für uns“, berichtet Niklas. Und im besten Fall auch nicht der letzte Auftritt. „Wir würden irgendwann sehr gerne einmal auf Tournee gehen“, sagt Lars. Da wären die Enni-Nights in Moers, Xanten und Rheinberg ein guter Anfang.

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