Taubenhaus am Bahnhof in Moers wird ehrenamtlich weitergeführt

Tierschutz in Moers : Taubenhaus am Bahnhof wird ehrenamtlich weitergeführt

Tierschützer Markus Fries hat Anfang Oktober eine Vereinbarung mit der Wohnungsbau Stadt Moers GmbH getroffen.

Tauben, die sich unkontrolliert vermehren, für viel Dreck sorgen und hinter jedem Imbiss-Stand nach Nahrung picken: Moers hatte dieses typische Stadt-Problem in den vergangenen Jahren gut im Griff, was wohl auch an einem besonderen Projekt gelegen hat. Im Taubenhaus unweit des Bahnhofs haben Langzeitarbeitslose bis Ende vergangenen Jahres als Ein-Euro-Jobber die Vögel betreut, sie mit Futter versorgt und gelegte Eier eingesammelt, damit sie nicht ausgebrütet werden. Jetzt hat ein neues, ehrenamtliches Team die Arbeit übernommen. Tierschützer Markus Fries hat Anfang Oktober eine Vereinbarung mit der Wohnungsbau Stadt Moers GmbH getroffen. Der städtischen Tochter gehört das Gebäude. Sie stellt es unentgeltlich zur Verfügung und übernimmt auch die Betriebskosten. „Wir sind froh, dass es hier weitergeht“, sagte Prokurist Jens Kreische bei der Vertragsunterzeichnung. Wie berichtet, musste der bisherige Betreiber „FachWerk.KreisWesel“ das Arbeitsmarktprojekt nach Auslauf der Förderung beenden.

Mehr als 400 Vögel waren ehemals im Taubenhaus neben dem Jugendzentrum Bollwerk zu Hause. Anfang des Jahres zog sich der Träger zurück, weil kein Geld mehr für die Maßnahmen floss und weil die Berufsgenossenschaft bauliche Auflagen machte – unter anderem ging es um eine fehlende Hygieneschleuse. Die Stadt Moers hatte sich in den vergangenen Monaten um eine Alternative bemüht. „Der Zustand des Hauses ist okay. Wir bauen für die Helferinnen und Helfer aber noch eine Hygieneschleuse, um die Arbeitsbedingungen zu verbessern“, sagt Fries. Er betreibt unter anderem in Duisburg eine Wildtier-Station. 280 bis 300 Tauben fliegen das Moerser Haus heute regelmäßig an. Sie produzieren rund 750 Kilogramm Kot im Jahr. Kranke Tiere werden tierärztlich versorgt.

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