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Moers: Tanzschule Wille lädt zum Marathon

Moers : Tanzschule Wille lädt zum Marathon

Beim 24-Stunden-Tanzen der Kamp-Lintforter Einrichtung schwangen 60 Teilnehmer in Alpen die Hüften für einen guten Zweck. Auch wenn einige Tänzer an ihre körperlichen Grenzen stießen, zogen alle ein positives Fazit.

Im altehrwürdigen Tonnensaal der Menzelener Gaststätte Adlersaal wurde am Wochenende im wahrsten Sinne des Wortes durchgetanzt - und zwar von Freitagabend bis Samstagabend. Ohne Unterbrechung. Das Ziel des Initiators Jan Blomenkamp von der Tanzschule Wille war es, mit einem "24-Stunden-Tanz-Marathon" Spenden für den Verein "Klartext" zu sammeln, der sich aktiv gegen Kinderarmut einsetzt.

Insgesamt 60 Teilnehmer im Alter zwischen 18 und 60 Jahren hatten sich dazu bereiterklärt, für den guten Zweck mehr als nur eine flotte Sohle aufs Parkett zu legen. 56 von ihnen traten in Teams aus vier bis sieben Paaren an, die restlichen vier nahmen die Herausforderung als Solopaare an.

"Die Teams haben es etwas leichter, es müssen immer zwei von ihnen auf der Tanzfläche sein, während die Einzelpaare abgesehen von einer zehnminütigen Pause je Stunde durchtanzen müssen", erklärte Blomenkamp. Auch wenn die vier Einzelpaare nach immerhin acht Stunden mit Kreislaufproblemen aufgeben mussten, war der Ehrgeiz geweckt. "Ich werde nie in meinem Leben einen Marathon laufen, aber ganz sicher mal einen tanzen", versicherte Inna Hörsch.

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Wie alle anderen auch erhielt sie für diese Leistung eine Urkunde als Erinnerung. Getanzt wurden neben den Standardtänzen Walzer und Tango die lateinamerikanischen Klassiker Samba, Rumba und Cha-Cha-Cha sowie der beliebte Discofox. Strenge Blicke des Tanzlehrers mussten die Akteure dabei nicht fürchten, denn der hatte die Regularien an die Anforderung angepasst.

"Sie dürfen auf einen Tango auch Rumba tanzen, Hauptsache sie bewegen sich. Und morgens um sieben hört eh keiner mehr den Takt", wusste Blomenkamp, der auch darüber hinwegsah, dass zwei Stunden zuvor nur Männer auf der Tanzfläche standen: "Da hatten die Damen einen toten Punkt. Das lag am Raumklima. Weil wir wegen der Musik die Fenster nicht öffnen durften, konnte man die Luft schneiden."

Für die Erholungspausen zwischendurch hatte Wirt Uli Evers den Teilnehmern extra ein Zimmer voller Luftmatratzen zur Verfügung gestellt und sie zudem bis spät in die Nacht mit einem Buffet versorgt sowie pünktlich zum Sonnenaufgang ein herzhaftes Frühstück serviert. Neben den Akteuren, die pro Person fünf Euro für den guten Zweck spendeten, ließen zahlreiche "Schlachtenbummler" die Kasse klingeln.

"Es kamen Besucher aus dem Ort, die gespendet und dann mitgetanzt haben. Die letzten nächtlichen Besucher kamen um vier Uhr, die nächsten nach dem Frühstück oder dem Mittagessen", freute sich Blomenkamp, der stolz darauf war, während der gesamten Dauer nur einen Musiktitel doppelt gespielt zu haben. Immer stieß sein Musikgeschmack jedoch nicht auf Wohlgefallen.

"Morgens um sieben einen Walzer auf Heintje zu tanzen war die Höchststrafe. Aber sich aufzuregen nutzte nichts, wir mussten durchtanzen", sagte Manuela Wiegandt augenzwinkernd. Um einen Tanzmarathon dieser Art durchzustehen, galt der Schuhwahl ein besonderes Augenmerk. Die meisten Tänzer entschieden sich für Sportschuhe. Manuela Wiegandt hatte die vorher sogar noch richtig "abgewetzt", um geschmeidiger über das Parkett gleiten zu können. Das erstaunliche Fazit der Birtenerin: "Es war toll, ich würde das jederzeit wieder machen."

(RP)