Synchronsprecher erzählt in Moers, wie er Donald Ducks Stimme wurde.

Kultur in Moers: Er kam, sah und quakte im Moerser Schloss

Donald Ducks deutsche Synchronstimmer, Peter Krause, erzählte am Sonntag  im Grafschafter Museum über das Enterische.

MOERS Im Rahmen der aktuellen Sonderausstellung „Duckomenta“ bot das Grafschafter Museum ein sonntägliches „Ententainment“ für die ganze Familie: Peter Krause, die deutsche Synchronstimme von Donald Duck, machte mit seinem Programm „Er kam, sah und quakte…“ in Moers Station. Musikalisch unterstützt wurde „Peter Duck“ von Udo Schöbel, der durch seine Songs für die Sendung mit der Maus und Kikaninchen bekannt ist. Im vollbesetzten Rittersaal gab der Musiker und Songwriter den gut gelaunten Einpeitscher: „Die Band besteht aus mir mit der Gitarre und Euch als Klatscher. Are you ready for quak-time?“ Und dann hieß es: „Herr Duck, bitte auf die Bühne.“ Große Lust hatte der cholerische Erpel nicht, schließlich sei Sonntag und überhaupt … Doch die Aussicht auf 8000 Ententaler Honorar war verlockend, und so konnte das große Gequake starten.

Seit 1988 ist Peter Krause die deutsche Synchronstimme des Comic-Erpels Donald Fauntleroy aus der fiktiven Familie Duck aus Entenhausen, der mit der Stimme von Clarence Nash einen Siegeszug um die ganze Welt erlebte. Heute ist Donald Duck in 47 Sprachen unterwegs. „Wenn Sie in einem Film hören, dass Donald Duck deutsch redet, dann war ich das“, erklärte Peter Krause, der als Kind in New York zum ersten Mal mit Cartoons in Berührung kam und als Zehnjähriger von seinem Cousin lernte, wie Donald Duck zu sprechen. Krause arbeitete als Schlagzeuger, Musikmanager und Taxifahrer. Zwei Mal bewarb er sich als Synchronsprecher für Donald Duck: 1982 beim Sender Freies Berlin und 1984 bei Disney USA, beide Male ohne Erfolg, weil Cartoons zu dieser Zeit zu teuer in der Produktion waren.

1988 sorgte ein Film mit Roger Rabbit dafür, dass Disney Synchronfassungen so nah wie möglich am Original halten wollte. Krauses erneute Bewerbung als Synchronsprecher war erfolgreich, und seitdem sind Peter Krause und Donald Duck ein Dream Team der Comic-Szene. In einem lustigen Stimmen-Mischmasch erklärte Krause – der stilecht im Matrosenhemd, allerdings im Unterschied zu Donald auch in Hose auftrat – mit Unterstützung des kleinen Maurice aus Moers, wie Synchronisieren funktioniert, führte vor, wie Donald sich auf Japanisch, Italienisch und Spanisch anhört und erklärte, warum Donald Duck so beliebt ist: „Das ist die menschlichste Comic-Figur, die es überhaupt gibt. Und deshalb darf die auch alles.“ Die Zuhörer durften Krause Wörter zurufen, die er mühelos in Entensprache übersetzte, sogar den Zungenbrecher „Supercalifragilisticexpialigetisch“. Eigentlich, erklärte er, ist Entensprache ganz einfach: „Spucke sammeln und Zunge an den Gaumen pressen, so hinten oben. Dann links oder rechts – je nachdem, ob man Links- oder Rechtsbackler ist – die Luft durchpressen. Und das ein paar Jahre üben.“ Mit zahlreichen Filmsequenzen, in denen Donald Duck sich einmal mehr in die Herzen seiner Fans quakte und schnatterte, ging die Zeit wie im Entenflug vorbei. Nach 90 Minuten war der Spaß zu Ende „Das war: Er kam, sah und quakte.“ Ente gut – alles gut!

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