Moers: Svea möchte eine große Geigerin werden

Moers: Svea möchte eine große Geigerin werden

Heute ist Tag der Violine. Seit ihrer erstmaligen Erwähnung im 16. Jahrhundert ist viel Zeit vergangen. In der Musikschule Martinsstift lernen derzeit aber immer noch 70 Kinder das Spielen der Violine.

Trotz der schweren weißen Altbautür im zweiten Stock ist der Flur von ihrem Klang erfüllt. In einer Musikschule rechnet man ab und zu mit einem schiefen Ton, doch man hört ihn nicht. Man öffnet die Tür und erwartet eine großgewachsene Person an der Violine. Doch dort steht die achtjährige Svea Kleine Vennekate, die ihr Instrument schon ziemlich gut beherrscht.

Selber einen richtigen Ton auf dem Instrument erzeugen: eine ziemlich komplexe Angelegenheit, die sehr viel Geduld erfordert. "Es quietscht schon ordentlich, bis da mal ein richtiger Ton rauskommt", weiß der Leiter der Musikschule Martinsstift, Georg Kresimon.

Doch wenn es dann so weit ist, mache es unheimlich stolz. Bei Svea klappt das heute schon ganz gut. Seit zwei Jahren übt sie das Spielen der Violine. "Wenn es schief klingt, übe ich alle Stücke, bis ich finde, dass es schön klingt", sagt die Achtjährige. Egal, wie lange es dauert, sie verliere dennoch nicht die Lust, es noch einmal zu versuchen. "Wenn es aber gar nicht klappt, rufe ich manchmal ,Kann irgendjemand kommen und mir helfen?'. Und dann hilft mir meine Mama", sagt Svea.

Die Unterstützung der Eltern beim Erlernen eines Instruments sei nach Georg Kresimon auch erforderlich. Aber auch die Chemie zwischen Lehrer und Kind muss stimmen: "Wir müssen die selbe Sprache sprechen", sagt Sveas Violinenlehrer Frederik Geene.

Die Entscheidung, welches Instrument man spielen möchte, wisse man instinktiv. Mit 14 Jahren wollte Frederik Geene Geiger werden. Obwohl zunächst als Tierarzt Hunde und Katzen retten wollte, war es die Geige, die ihn selbstbewusst machte: "Für mich war der Bogen immer wie ein Schwert. Ich kann mich damit verteidigen und durchs Leben kämpfen", sagt Frederik Geene.

Heute möchte der Violinenlehrer auch Kindern zeigen, was der Streicher alles kann. So lernt Svea am liebsten neue Töne von ihm. "Ich habe gelernt, wie man den vierten Finger ganz leicht auflegt. Dann habe ich ein Stück bekommen und es so lange geübt, bis der Ton klappte", sagt Svea. Frederik Geene ergänzt: "Schwierige Griffe werden auf verschiedene Weise geübt und eingesetzt."

Frederik Geene empfiehlt zwischen dem vierten und fünften Lebensjahr mit dem Spielen der Geige zu beginnen. "Ich sage immer, wenn die Kinder trocken sind. Aber eigentlich könnten sie vermutlich schon früher anfangen", sagt der Geiger lachend.

(jms)