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Supertramp-Tribute im Scherpenberger "Dschungel-Club"

Konzert : Häufig ganz nah am Original: „A Tribute to Supertramp“

Die Band „Century’s Crime“ spielte im Dschungel-Club.

Ihr Ziel ist das Original – und häufig ist die Coverband „Century’s Crime“ auch ganz nah an ihrem Vorbild „Supertramp“. So geschehen am Samstagabend im proppenvollen Dschungel-Club in Scherpenberg. Zum ersten Mal überhaupt sei die aus der Nähe von Bad Kreuznach stammende Band in Moers, erzählte Schlagzeuger Wolf Hail, genannt Wolfi. Möglich gemacht haben den Tour-Stopp der Band zwischen Solingen und Husum Monika und Stephan Müller, die Betreiber des Dschungel-Clubs. Für die meisten der Ü40-Besucher wurde das Konzert zu einer Art Erinnerungsreise in die eigene Vergangenheit. „Supertramp“ war nämlich eine Rock- und Popband, die Mitte der 1970er bis Anfang der 1980er Jahre ihre größten Erfolge feierte. In dieser Zeit formte sich der typische „Supertramp“-Sound, der geprägt war vom synkopischen Spiel auf einem „Wurlitzer“ E-Piano, die Gesangsstile der beiden Gründungsmitglieder Rick Davies (mit seiner rauen Stimme und seiner Vorliebe für Jazz und R&B) und Roger Hodgson (mit seiner hohen Falsettstimme und eher dem Pop zugewandt) sowie das Saxophonspiel von John Anthony Helliwell. Die Zeit zwischen 1974 und 1983 gilt in der „Supertramp“-Ära als die „Klassische Phase“. Damals entstanden großartige Alben wie „Crime of the Century“ (1974), „Crisis? What Crisis?“ (1975), „Even in the Quietest Moments…“ (1977), “Breakfast in America“ (1979) und “…famous last words…” (1982), mit zig Welthits.

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Für die Band „Century’s Crime” führte das 1974er Album, das in der Musikwelt als das wohl bedeutendste gilt, zum Namen und Programm. Und wie beim Original, so hat auch die Tribute-Formation fünf Mitglieder: Neben oben genanntem Wolfi noch Thomas Burlefinger (Gesang, Piano, Keyboards), Pino G. (Gesang, Gitarre, Piano), Jürgen Kochler (Bass) und Heiko Sahl (Background, Saxophon, Klarinette, Mundharmonika). Musikalisch ist das Quintett sehr nah dran am Original – stimmlich dagegen nicht ganz, obwohl Burlefinger und Pino G. in Moers sicherlich alles gegeben haben.

Sei’s drum. Der Begeisterung des Publikums tat es keinen Abbruch. Ob beim Auftaktlied „Take the Long Way Home“ oder beim Wiedereinstieg nach der Pause mit „School“, die mitgroovende Gemeinde war hellwach, weitgehend textsicher und rhythmisch äußerst gut drauf. Dennoch sollte die Tribute-Band beim Aufstellen ihrer Programmdramaturgie etwas mehr darauf achten, dass sich in den zwei jeweils etwa einstündigen Sets nicht zu viele „Party-Killer“ darunter befinden. Denn von den mit Zugabe gut 20 gespielten Titeln des Abends insgesamt, waren (vor allem vor der Pause) viele (etwas) weniger bekannte Titel darunter. Das änderte sich schlagartig auf der Zielgeraden: „Dreamer“, „Goodbye Stranger“, „My Kind of Lady“, „Fool‘s Overture“, „It’s Raining Again“, „Breakfast in America“ und schließlich „Crime of the Century“ – so lautete die genaue Playlist. Der „Hammer“ darunter war die rund elfminütige Instrumentalnummer „Fool’s Overture“ mit der Stimme von Winston Churchill, dem Glockenschlag von Big Ben und der ersten Verszeile eines Gedichtes von William Blake – und nicht vergessen einem grandiosen Saxophonspiel von Heiko Sahl mit leicht eigener Interpretation zum pfeifenden Wind im Song.