Moers: Studenten als Unternehmer

Moers: Studenten als Unternehmer

An der niederländischen Fontys-Hochschule in Venlo versuchen sich Studenten der Wirtschaftswissenschaften bereits im zweiten Semester mit der Gründung und Führung eines eigenständigen Unternehmens. Auch zwei Moerserinnen sind dabei beteiligt.

MOERS/VENLO Im Wirtschaftsstudium sind es oft die theoretischen Grundlagen, die anfangs vermittelt werden. Die Praxis liegt in weiter Ferne. An der niederländischen Fontys-Hochschule in Venlo werden die Studenten bereits im zweiten Jahr ihres Studiums damit beauftragt, ein eigenes Unternehmen zu gründen. Genau das haben 13 deutsche Studenten gemacht. Darunter die zwei Moerserinnen Karolina Swiecicki und Christina Laioun. Herausgekommen ist die Mini-Company "MagCook". Die stellt kleine Rezeptmagneten her, die man sich an den Kühlschrank heften kann. Auf denen ist je ein Rezept für einen von 30 verschiedenen Cocktails oder Gerichten abgedruckt. Natürlich sind die Magneten dann auch in der jeweils passenden Form, sei es als Cocktail oder Abbildung des fertigen Essens.

In Handarbeit gefertigt

Vor allem an Studenten richten sich diese Magneten. Gemeinsam haben die Wirtschaftsstudenten die Magneten in Handarbeit selbst angefertigt und auf den Weihnachtsmärkten in Weeze und Kaltenkirchen und an der Hochschule verkauft. Das Startkapital für ihr Unternehmen haben sich die Nachwuchsunternehmer durch Aktienhandel besorgt. "Wir haben 75 Aktien zum Preis von je 20 Euro an Verwandte und Freunde verkauft", erzählt Karolina Swiecicki. Wie bei einem richtigen Unternehmen sollen die Aktieninhaber am Ende auch einen Gewinn oder eine Dividende bekommen. Die Aufgabenverteilung ist wie bei einem richtigen Unternehmen, nur eben im Kleinen. Es gibt zum Beispiel einen Geschäftsführer, eine Controlling-Abteilung, eine Finanzabteilung und eine PR-Abteilung. In der sind Karolina Swiecicki und Christina Laioun, die beide International Marketing studieren, tätig. "Wir hatten auch noch ein zweites Produkt im Auge", erzählt Laioun. Ein Laptopkissen, welches man sich unter den Computer legen kann, wenn er auf dem Schoß liegt. Um herauszufinden, welches der beiden Produkte denn nun mehr Käufer finden würde, haben die Studenten sogar eine Marktforschung durchgeführt. 260 Leute, hauptsächlich aus dem Freundes- und Bekanntenkreis, haben sie befragt. "Der Großteil war für die Rezeptmagneten", weiß PR-Managerin Swiecicki. Wenn ihre Studentenfirma abgeschlossen ist, wollen die Nachwuchsunternehmer einen Teil des Gewinns der Caritas spenden. "Es gibt sogar richtige Unternehmen, die diese Mini-Companys aufkaufen." Das wäre für die Wirtschaftstudenten eine große Ehre.

Acht Semester

Neben den International Marketing-Studenten wirkten an dem Projekt Studenten der Studiengänge "International Business Economics" und "International Business and Management Studies" mit. Insgesamt dauert ein Bachelor-Studium in den Niederlanden acht Semester. Der dann erworbene Bachelor-Abschluss wie an einer deutschen Fachhochschule wird europaweit anerkannt.

(RP)