Moers: Student trifft Unternehmer = Erfolg

Moers : Student trifft Unternehmer = Erfolg

Neue Geschäftsideen kann die Region Niederrhein gebrauchen. Die Innovations- und Gründungsinitiative Niederrhein sorgte jetzt im Moerser Eurotec-Loop für den Austausch mit Firmen und Investoren. Fünf Teams stellten sich vor.

Die Innovations- und Gründungsinitiative Niederrhein (IGNI) in Kooperation mit der Stadt Moers lud jetzt zur Abschlusspräsentation ein. Fünf Teams hatten mit regionalen Unternehmen über einen mehrwöchigen Zeitraum neue Geschäftsideen oder eine Optimierung vom Bestand entwickelt. Der Eurotec-Loop gestaltete sich als eine spannende Zusammenkunft zwischen Studierenden, Unternehmern und Investoren. Das IGNI-Projekt wurde an der Universität Duisburg-Essen in Kooperation mit der Hochschule Rhein-Waal für Studierende im Masterstudiengang und Unternehmern vom Niederrhein entwickelt. Interessant ist für Unternehmer die Teilnahme, weil mit Studierenden ein anderer Blick auf das eigene Produkt gelingt.

Die Präsentation wurde zum eigentlichen Event. Fünf Minuten Zeit hatten entweder die beteiligten Unternehmer oder aber beteiligte Teammitglieder zur Investorensuche mit ihrem sogenannten Pitch. Ein Begriff, der in der Gründerszene, bei den Start-ups, angesetzt ist. Er meint nichts anderes, als in einem knappen Zeitrahmen die Gründungsidee und praktische Erfahrungen einem Publikum überzeugend vorzustellen, die das jeweilige Projekt mit bis zu zehn Punkten bewertet. Aber gerade das ist die Kunst an sich, denn auch für Nachfragen aus dem Publikum verbleiben nur sieben Minuten. Susann Ulbricht, IGNI-Projektberaterin und am Lehrstuhl für betriebswirtschaftliche Steuerlehre bei Prof. Dr. Volker Breithecker angesiedelt, hielt die Fäden konsequent in der Hand.

Den Start machte das Team Mifitto. Die Kernidee des real existierenden Dienstleisters in Duisburg ist die genaue Vermessung von Füßen. Hohe Retourenquoten von Online-Schuhbestellung können abgebaut werden. Allein 250 Millionen Retouren im Jahr belasten zudem die Umwelt. Thomas Harmes und das Team stellten die Idee vor, die mit einer App begann und mittlerweile über die Größenberater-Software für Smartphone wie einem Fußscanner siebenstellige Umsätze macht. Interessant ist die Software für Endkunden wie Hersteller, um verschiedene individuelle Fußmaße über 3D-Einlagen oder Laufsohlen auszugleichen. Denkbar ist das digitale Maßband auch für Kleidung. Wolfgang B. Thörner (WBT) ist seit Jahrzehnten in der Unterhaltungselektronik zuhause. Der Essener hat einen Hochleistungsstecker für die HiFi-Szene entwickelt, der nicht nur Klangverbesserung bringt, sondern nur noch 0,03 Gramm Kupfer benötigt. Er sucht Investoren. Das Team rund um den Moerser Dienstleister "Die Pflege" stellte die Chancen einer automatisierten Tourenplanung für die ambulanten Pflegeeinsätze vor. Immer noch sei der Verwaltungsaufwand mit mindestens zwei Mitarbeitern für die Planung hoch, das Pflegefachpersonal am Pflegebett hingegen rar. Die Software hilft bei der optimalen Tourensuche und sorgt für Kosten- und Zeitersparnis.

Das dritte Team, 360 Grad Automatisierung, ist ein Softwareanbieter für die Digitalisierung von Betriebsprozessen und maßgeschneiderten Produkten. Das Spezialgebiet der Unternehmens cph liefert für das Brauereiwesen einen wasserbasierten Fertigkleber für Flaschenetiketten. Die Idee der Masterstudierenden konzentrierte sich auf eine andere Aufbereitung des Klebers. Als trockenes Granulat wird es in den Betrieben erst in der Etikettiermaschine gebrauchsfertig gemacht. Das bedeutet längere Haltbarkeit das Klebers, Müllvermeidung, bequemer Transport und weniger C02-Ausstoß. Das trockene Vorprodukt ist zudem zollfrei.

Im Anschluss erhielten alle Teammitglieder ihre Zertifikate.

Das IGNI-Projekt ist EU-finanziert. Der nächste Kurs startet am 30. Oktober. Weitere Infos: www.innovationsoffensive-niederrhein.de

(sabi)