Moers: Strom durch Windkraft

Moers : Strom durch Windkraft

Mit dem Projekt "Borkum West II" entsteht an der Nordsee Deutschlands 2010 ein kommerzieller Windpark mit 80 Windenergieanlagen. Die Moerser Enni beteiligt sich mit 0,75 Prozent an diesem Öko-Strom-Projekt.

Rund 40 Stadtwerke beteiligen sich unter Federführung von Trianel European Energy Trading Aachen am geplanten Offshore-Windpark Borkum-West II. Dort sollen ab 2010 1,2 (Bundesumweltministerium) bis 1,76 Milliarden (Prokon Leer) Kilowattstunden klimafreundlicher Strom für 300- bis 400 000 Haushalte erzeugt werden. Mit dabei ist wieder die Energie Wasser Niederrhein GmbH (Enni) in Moers. Die Enni ist mit 0,75 Prozent an der Trianel Power Windpark Borkum GmbH & Co KG beteiligt. Grünes Licht für dieses Projekt gab es in der Juni-Ratssitzung.

45 Kilometer vor der Küste

Offshore bedeutet vor der Küste, in diesem Fall 45 Kilometer nördlich der Insel Borkum in der Nordsee. Dort werden 80 Windräder, offiziell Windenergieanlagen (WEA) genannt, in die Nordsee gebaut. Jedes Windrad hat eine Leistung von jeweils fünf Megawatt. Insgesamt investieren die 40 beteiligten Stadtwerke eine Milliarde Euro, gemäß der 0,75-Prozent-Beteiligung bedeutete das Enni-Engagement eine Summe von 7,5 Millionen Euro. Die Geschäftsleitung von Enni war am Freitag nicht willens, eine Stellungnahme dazu abzugeben. Das Projekt sei Thema einer Pressekonferenz am 15. Juli.

Der Windpark liegt in einem vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie festgelegten geeigneten Gebiet, in dem er weder die Sicherheit der Schifffahrt beeinträchtigt, noch die Meeresumwelt gefährden soll. Naturschutzfachlich wertvolle Bereiche wie etwa der Borkum-Riffgrund seien nicht betroffen. Der Standort befindet sich außerhalb der 12-Seemeilen-Zone in der Ausschließlichen Wirtschaftszone der Bundesrepublik Deutschland. Die Anlage wurde für 25 Jahre genehmigt, eine Verlängerung ist möglich. In den seit Jahren verschobenen Bau von Windparks im Meer scheint jetzt Bewegung zu kommen. Im Gegensatz zu seinen Nachbarn favorisieren die deutschen Planer, den Windpark so weit von der Küste entfernt zu bauen, dass man ihn vom Land nicht mehr sehen kann. Der produzierte Strom wird über die Insel Norderney dann in das Hochspannungsnetz der Eon Netz GmbH eingespeist.

Der Düsseldorfer Bundestagsabgeordneter, Michael Müller (SPD), parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, präsentierte in Berlin dieses erste große gewerbliche Nordsee-Windparkprojekt. "Der Bau dieser Offshore-Windparks trägt nicht nur zum Schutz unseres Klima bei, sondern gibt auch der Wirtschaft innovative Impulse. Zudem machen wir uns damit ein Stück unabhängiger von Energieimporten aus politisch instabilen Regionen." Mit Borkum West II werde die Behauptung widerlegt, dass nur die großen Energieversorgungsunternehmen solche Groß-Anlagen wie Borkum West II bauen könnten.

(RP)