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Streit um Lärmschutzzaun in Moers-Utfort: Stadt strebt Kompromiss an

Moers : Streit um Lärmschutzzaun in Utfort: Stadt strebt Kompromiss an

Ein Utforter hat in seinem Ringen um einen Lärmschutzzaun einen Teilerfolg erzielt: Er darf einen solchen Zaun errichten, allerdings nur dann, wenn dieser zur Straße hin durch eine Hecke verdeckt wird.

Das geht aus der geplanten Änderung eines Bebauungsplans für den Bereich Jockenstraße/Liebrechtstraße hervor, die am Donnerstag, 21. März, im Stadtentwicklungsausschuss diskutiert wird. Ursprünglich hatte die Politik die Plan-Änderung auf den Weg gebracht, um den Bau des Lärmschutzzauns zu verhindern. Ein Anwohner möchte ihn errichten, weil er und seine Ehefrau sich in ihrem Garten vom Autolärm auf der Jockenstraße gestört fühlen. Vertretern der Stadtverwaltung und der Politik erschien der zur Straße hin geplante Zaun zu hoch, zu geschlossen, zu massiv. Der Zaun störe das in dem Wohngebiet gewollte freundliche, durchgrünte, offene Bild, hieß es.

Die jetzt angestrebte Planänderung sieht vor, geschlossene Einfriedungen entlang der Straßen bis zu einer Höhe von 2,25 Metern zuzulassen, wenn sie vollständig von Hecken bedeckt werden. Diese Regelung gehe auf den Wunsch von Politikern zurück, dem Anwohner entgegenzukommen, sagte Stadtsprecher Thorsten Schröder. Ein Stück weit gehe es auch darum, Realitäten anzuerkennen, denn an Grundstücken in der Nachbarschaft gebe es bereits ähnliche Zäune.

In einem anderen Punkt möchte die Stadt den Bebauungsplan ebenfalls „den Bedürfnissen der heutigen Zeit anpassen“, sagte Schröder. So dürfen künftig Terrassendächer das ursprünglich genehmigte Baufenster überschreiten, sofern die im Bebauungsplan festgesetzte Grundflächenzahl eingehalten werde. Solche nach bisherigem Recht zu großen Terrassendächer sind im Laufe der Jahre offenbar an etlichen Häusern im Gebiet Jockenstraße/Liebrechtstraße gebaut worden.

Auch an anderen Stellen von Moers (zum Beispiel im Planetenviertel) hat die Stadt in der jüngeren Vergangenheit Bebauungsplan-Verstöße dieser Art nachträglich legitimiert.