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Straßen NRW verkauft die Moerser für dumm

Unsere Woche : Straßen NRW lässt die Moerser warten

Der Ärger über den Umzug des Finanzamts nach Kamp-Lintfort ist immer noch groß. Die Informationspolitik aus Düsseldorf war miserabel, die Hintergründe werden wohl nie vollständig geklärt. Schwamm drüber.

Jetzt gilt es, nach vorne zu schauen. Es ist gut zu hören, dass das Finanzministerium der Stadt seine Unterstützung zugesagt hat, um einen jahrelangen Leerstand zu verhindern. Vor allem aber muss der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes als Eigentümer und Vermarkter der Immobilie mitziehen. In Moers hat der BLB die Chance, seinen angegriffenen Ruf aufzumöbeln. Mal schauen, ob er sie ergreift.

Eine andere Landesbehörde, Straßen NRW, tut gerade ihr Bestes, ihren Ruf zu ruinieren. Die lange versprochenen Maßnahmen zur Entschärfung der Unfallkreuzung Römerstraße/Ruhrorter Straße lassen auf sich warten. Zweimal wurden Termine für die Umrüstung der Ampelanlage und die Aufstellung von Tempo-50-Schildern genannt, zweimal ist nichts geschehen. Auf unsere neue Anfrage, wann es denn endlich losgeht, hat die Pressestelle von Straßen NRW gar nicht erst reagiert. Am Mittwoch haben wir sie kontaktiert, bis Freitagabend haben wir auf den versprochenen Rückruf vergeblich gewartet. So werden Bürger für dumm verkauft.

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Auch beim Thema Schulen sieht man, wie nah sich Düsseldorf und die Grafschaft sind. Stichwort Inklusion. Dass es künftig Schwerpunktschulen für das Gemeinsame Lernen geben soll, sorgt für Diskussionen. Die Konzentration auf ausgewählte Schulen soll die Qualität des inklusiven Unterrichts verbessern. Zur Erinnerung: Eine Konzentration hat es früher schon gegeben. Die ausgewählten Schulen hießen Förderschulen, und viele sind der Meinung, dass dort gute Arbeit geleistet wurde. Aber zugegeben, „inklusiv“ war dieser Unterricht nicht.

Gute Arbeit leistet auch die Justus-von-Liebig-Schule in Moers. Sie will jetzt am Landesprojekt „Talentschule“ teilnehmen. Es sei ihr gegönnt, denn Talentschulen bekommen eine bessere Ausstattung und zusätzliche Lehrer. Das Land will erproben, „wie die Entkoppelung von sozialer Herkunft und Bildungserfolg an Schulstandorten mit besonderen Herausforderungen gelingen kann“, schreibt das Schulministerium. Auf Deutsch: Man will testen, ob der Unterricht durch zusätzliche Lehrer und Ressourcen besser wird. Das kann doch nicht wahr sein, sagen Sie? Ist es aber.

josef.pogorzalek@rheinische-post.de