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Storch Luzie wieder im Winterquartier in Schaephuysen

Winterquartier in Schaephuysen : Storch Luzie ist wieder da

Bereits zum siebten Mal ist die Weißstorchdame nach Schaephuysen zurückgekehrt.

Sie ist zurück und sie hat Hunger – das wusste Rosemarie Demsing-Tessmer direkt als sie das Storchenweibchen Luzie mit dem Ring Nummer „L975“ vor ihrem Haus entdeckte. Die beiden kennen sich bereits seit sieben Jahren und pflegen eine – man könnte sagen – kulinarische Beziehung.

„Ich bin dann direkt losgefahren: Hühnchen kaufen“, sagt Demsing-Tessmer. Mit vorproportionierten Häppchen stand sie dann auf der Straße und habe nach der Weißstorchdame gerufen. „Luzie kam direkt angerannt, das kann man sich gar nicht vorstellen.“ Anfassen lässt sich Luzie zwar nicht, rund ein Meter Sicherheitsabstand zum Menschen, der müsse schon sein.

Im ganzen Dorf ist Luzie bereits bekannt. Tagsüber fliegt sie im und um den gesamten Ort umher. Ihre Nächte verbringt sie hingegen gerne auf Laternen im Ortskern.

Für gewöhnlich bleibt Luzie rund vier Wochen in Schaephuysen bis sie weiter zieht. Bedauerlich, findet Harald Fielenbach. Der Ornitologe vom Naturschutzbund (Nabu) in Moers wünscht sich, dass sich Störche wieder dauerhaft in der Region niederlassen. Im Kreis Wesel hat der Nabu rund 20 Paare gesichtet. Allerdings habe sich die Zeit der Storchenankunft deutlich verändert. „In meiner Kindheit kamen die Tiere erst Anfang März zu uns“, sagt der 43-jährige Vogelkundler. Inzwischen seien die Temperaturen im Winter so mild, dass die Tiere schon früher kommen. Die Artenvielfalt zu schützen und für eine stabile Population der Störche zu sorgen, sind seine Anliegen.

  Für Rosemarie Demsing-Tessmer und ihren Ehemann Heinz Tessmer gehört Luzie schon zum Jahresrhythmus dazu. „Man müsste eigentlich ein Buch darüber schreiben“, sagt Tessmer und erfreut sich daran, wenn Luzie wieder mal hungrig durch das Wohnzimmerfenster zu ihnen nach drinnen späht. Fütterungszeit sei allerdings nur einmal am Tag.

Und für eines ist Heinz Tessmer der Storchendame auch dankbar: Nämlich dafür, dass sie, wenn sie auf seinem Dach sitzt, immer nach Süden in die Sonne schaut. So macht sie nicht auf die Solaranlage, die liegt nämlich auch auf der Sonnenseite.