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Stimmen zur Kommunalwahl in Moers: „Die Grünen sind jetzt eine umworbene Braut“

Stimmen zur Kommunalwahl in Moers : „Die Grünen sind jetzt eine umworbene Braut“

Moers hat am Sonntag einen hochspannenden Wahlabend erlebt. Bei den Kandidaten schwankte die Stimmung zwischen großer Freude und bitterer Enttäuschung.

Als einer der Gewinner des Abends gilt der parteilose Bürgermeisterkandidat Torsten Gerlach. „Mit dem Ergebnis bin ich definitiv zufrieden“, sagte er am Sonntagabend. „Ich hatte auf ein zweistelliges Ergebnis gehofft, es gab aber auch Leute, die mir vorher gesagt haben, dass das sehr unrealistisch ist. Mit Blick auf die Ergebnisse anderer Kandidaten kann ich das jetzt verstehen.“ Für sich persönlich will der Polizeihauptkommissar derzeit noch keine Schlüsse aus dem Wahlergebnis ziehen. „Da muss ich noch ein, zwei Nächte drüber schlafen“, sagte er. „Man sieht aber deutlich, dass die Wähler am Ende doch auf ein Parteibuch setzen. Das habe ich für mich erst mal so festgestellt.“

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Grünen-Fraktionschef Christopher Schmidtke freute sich am Abend über das beste Ergebnis, das die Grünen in Moers jemals erzielt haben: „Wir sind sehr zufrieden“, sagte er. „Wir kommen von neun Prozent, haben jetzt 16 plus, uns also fast verdoppelt. Das heißt, wir werden uns super gut behaupten können.“ In Bezug auf mögliche Kooperationen im Rat seien die Grünen nun eine sehr umworbene Braut“, so Schmidtke. „Von uns hängt es ab. Das wird eine schwierige Aufgabe für die Partei: Herauszufinden, ob man wie bislang im Bündnis zusmamenarbeitet, oder, ob es womöglich etwas Besseres gibt.“

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Paul Süßer, Spitzenkandidat der neu gegründeten Freien Bürgerliste Moers (FBM), zeigt sich am Sonntagabend enttäuscht: „Wir haben unser Wahlziel, zwei Kandidaten in den Stadtrat zu bekommen, nicht erreicht, das muss man ganz klar sagen“, betonte er. Besonders schmerzhaft seien in diesem Zusammenhang die Ergebnisse der Partei „Die Partei“ und der AfD. Beide, sagt Süßer, hätten im Wahlkampf kein kommunalpolitisches Programm präsentiert. „Wir werden jetzt schauen, mit wem wir uns im Rat gegebenenfalls zusammentun, um Sachkundige Bürger in die Ausschüsse entsenden zu können.“

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FDP-Bürgermeisterkandidat und Fraktionschef Dino Maas sprach von einem „ernüchternden Ergebnis“ für seine Partei. „Wir hatten mindestens ein Ergebnis wie vor sechs Jahren erhofft. Ich glaube aber auch, wir haben hier keinen Kandidaten verloren. Insgesamt war die Stimmung gegen FDP miserabel. Der Bundestrend hat in diesem Fall offenbar voll durchgeschlagen. Meiner Meinung nach hätten wir mehr verdient.“  Mit seinem persönlichen Ergebnis sei er zufrieden, so Maas.