1. NRW
  2. Städte
  3. Moers

Moers: Stein des Anstoßes

Moers : Stein des Anstoßes

Gut besuchte Bürgerinformation im Alten Rathaus: Beim Realisierungskonzept Neuer Wall/Königlicher Hof stand das geplante 13 Meter hohe Parkhaus stärker in der Kritik als die Baumfäll-Aktion.

Über zweieinhalb Stunden dauerte am Mittwoch Abend die Bürgerinformation im Sitzungssaal des Alten Rathauses. Günter Wusthoff, der technische Beigeordnete der Stadt, führte souverän – manchmal leicht genervt – durch den Abend. Die Emotionen auf Seiten des Publikums gingen manchmal hoch: Gleich zu Beginn stand die bereits gestreute Ankündigung, dass am Ostring die Bäume gefällt würden, als empörte Frage im Raum. Gartenarchitekt Markus Grüchtel bestätigte sie zwar, konnte aber trotzdem die Gemüter besänftigen. Durch die Verschiebung und Verbreiterung des Wallgrabens soll die heutige Lindenallee geopfert werden. Doch den 69 zu fällenden relativ jungen Bäumen folgen 75 neue Kaiserlinden.

Die Ergebnisse des Ideenwettbewerbs waren im November 2007 präsentiert worden. Die beteiligten Büros für Stadtplanung, Gartenarchitektur und Verkehrsplanung haben ihren Entwurf überprüft und konkretisiert. Wann sie allerdings umgesetzt werden, ob in einem Jahr oder in zehn Jahren, blieb am Mittwoch unbeantwortet. Auch zu den Kosten wollte und konnte niemand etwas sagen.

  • Moers : Kö mit Wallanlage, aber ohne Autos
  • Xanten : Kö mit Wallanlage, aber ohne Autos
  • Der Zeitplan steht. Die Arbeiten sollen
    Ergebnisse einer Ideensammlung in Moers : Stockrahmsfeld bekommt neuen Spielplatz

Busbahnhof verlegen

Den Planern war die Aufgabe gestellt worden, den Busbahnhof vom Königlichen Hof auf den Neuen Wall zu verlegen, die frei werdende Fläche als Platz zu gestalten und die Anbindung zwischen Homberger und Steinstraße zu verbessern. Das Siegermodell warb dafür, die Wallanlage an dieser Stelle zu einem Rundkurs um das alte Kastell zu vervollständigen. Der versteckte Königsee soll fast auf Straßenniveau angehoben werden. Matthias Pfeifer vom Düsseldorfer Architekturbüro RKW entwickelte auf der Fläche des heutigen Parkdecks ein bis zu 13 Meter hohes Parkhaus. So könnte ein autofreier Kastellplatz aufgefangen werden. Auf der Fläche des heutigen Königsees könnten noch ein zweigeschossiges Geschäfts- oder Ärzte-Haus entstehen sowie ein dreigeschossiges kleines Café Roos mit Biergarten und See-Holzdeck. Der Düsseldorfer Gartenarchitekt Markus Grüchtel schlägt vor, den schmalen Graben am Ostring auf acht bis 15 Meter Breite zu vergrößern. Der Wasserspiegel des Königsees wird angehoben auf einen halben Meter unter Straßenniveau. Am Ostring entfallen die Parkplätze auf der Seeseite, eine Sitzmauer am See soll zum Verweilen einladen. Das Teilstück zwischen Apotheke und Niag-Reisebüro wird für Autos gesperrt, die Taxi-Plätze sollen verschwinden. Auch an der Haagstraße soll der Wassergraben verbreitert werden.

Verkehrsplaner Dr. Ralf Huber-Erler hat die Moerser Verkehrsströme gemessen. Die Kreuzung an der heutigen Zentralbibliothek soll in einen Kreisverkehr umgewandelt werden. Nach der Abbindung des Neuen Walls für den Durchgangsverkehr werde der Verkehr auf der Wilhelm-Schroeder-Straße nur "moderat" zunehmen. Der Kreisel mit 45-Meter-Durchmesser werde 28 000 Fahrzeuge am Tag bewältigen können.

(RP)