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Stefan Reuter von Bakker Elkhuizen aus Moers

Gespräch mit Stefan Reuter vom Moerser Unternehmen Bakker Elkhuizen : Den Arbeitsplatz sollte man optisch verschwinden lassen

In Corona-Zeiten müssen die Menschen im Homeoffice eine neue Grenze zwischen Arbeits- und Privatwelt ziehen. Auch das nicht mehr vorhandene Beziehungsgeflecht mit den Kollegen muss man bei der Arbeit zu Hause berücksichtigen.

Die Corona-Zeit ist eine Zeit eines technologischen Umbruchs. Neben den rein technischen Aspekten, wie ein Homeoffice-Arbeitsplatz am besten ausgestattet sein sollte, spielen emotionale und soziale Aspekte eine große Rolle, wie Stefan Reuter vom PC-Arbeitsplatzausstatter Bakker Elkhuizen erklärt.

In der Zeit vor der Pandemie begann für viele Menschen der Feierabend, wenn sie die Bürotür hinter sich geschlossen haben. Im Homeoffice kann die Bürotür aber gleichzeitig die Wohnzimmertür sein. Wie grenzt man da ab?

Stefan Reuter Am besten ist es, man hat zu Hause ein eigenes Büro. Dann klappt man den Laptop zu, macht das Licht aus und schließt die Tür. Dann ist Feierabend. Aber wer hat Platz für ein eigenes Büro, für manchmal zwei Bildschirmarbeiter? Die meisten arbeiten im Wohn-, Esszimmer oder in der Wohnküche, gerade in den größeren Städten, wo Wohnraum teuer ist.

Da ist es schwierig, nicht mehr an die Arbeit zu denken, wenn Feierabend ist ...

Reuter Wichtig ist es, den Arbeitsplatz optisch verschwinden zu lassen, zum Beispiel den Laptop zusammenzuklappen und in einem Sekretär zu verstauen, bis zum nächsten Arbeitstag. Da muss jeder seinen eigenen Weg finden.

Aber ein großer gesonderter Bildschirm, der sich in verschiedene Positionen verstellen lässt, oder eine höherverstellbare Arbeitsplatte lassen sich kaum nach Feierabend zuhause verstecken.

Reuter Deshalb bietet Bakker Elkhuizen zum Beispiel Notebookständer an, auf die man einen Laptop stellen kann. Mit gesonderter Tastatur kann man den richtigen Abstand zum Bildschirm halten, 50 bis 60 Zentimeter. Außerdem kann man, zusammen mit dem richtigen Stuhl, die richtige Bildschirmhöhe einrichten. Zur Bildschirmmitte sollte man die Augen um 35 Grad von der Horizontalen aus gesenkt halten. Dann hat man die optimale Position. So hat man einen ergonomisch zwar nicht optimalen, aber guten Homeoffice-Arbeitsplatz, den man verstauen kann, um dann am Feierabend auch abschalten zu können.

Welche Tipps haben Sie noch für das Arbeiten im Homeoffice?

Reuter Ich selbst wechsel spätestens nach einer halben Stunde meine Position. Diese Zeit muss jeder für sich selbst herausfinden. Man sollte regelmäßig die Position wechseln, zum Beispiel eine längere Phase im Stehen arbeiten, etwa beim Telefonieren. Die Bakker Elkhuizen hat eine Software entwickelt, über die man freundlich darauf hingewiesen wird, aufzustehen und seine Haltung zu verändern.

Wie aber lassen sich soziale Kontake, die sich im Büro auf vielfältige Weise ergeben, ersetzen?

Reuter Das Beziehungsgeflecht ist wichtig, damit Unternehmen und Verwaltungen funktionieren. Unser Unternehmen hat auf seiner Homepage zu einer Befragung eingeladen, an der sich 2200 Personen beteiligt haben. 77 Prozent wollten am liebsten zwei oder drei Tag zu Hause arbeiten und zwei oder drei Tage in ihrem Unternehmen oder ihrer Verwaltung. Man schätzt die sozialen Kontakte, die beim Homeoffice stark eingeschränkt sind. Man will schon einmal Emotionen austauschen. Diese Aspekte dürften künftig eine größere Rolle spielen, obwohl sie zurzeit nur selten angesprochen werden, wenn über Homeoffice diskutiert wird. Auf der anderen Seite kann man im Homeoffice konzentrierter arbeiten. Es bedarf aber bestimmter Systeme, die auf einen Feierabend hinweisen und ab einer bestimmten Uhrzeit die Zusendung von Emails unterbinden.

Heißt das, das klassische Büro vor Ort verändert sich 2020?

Reuter Ja. Auf der einen Seite braucht es mehr Raum, um mehr Platz für den Austausch und Atmosphäre zu haben. Auf der anderen Seite braucht es weniger Raum, wenn man mehr Arbeiten von zu Hause aus erledigt. Ich bin gespannt, wie die beiden gegenläufigen Trends für den Bedarf der Bürofläche verlaufen.