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Stefan Emmerling leitet den Moerser Kicker-Treff

Moers : Fußballcamp plus mit Ex-Fortuna-Star: Der Ball rollt von Herzen

Stefan Emmerling leitet in diesem Jahr den Kicker-Treff, der vor neun Jahren ins Leben gerufen wurde. Bei der Finanzierung des Projekts helfen mehrere Vereine.

Je näher man dem Rhein-Preußen-Stadion kommt, desto lauter werden die Jubelrufe in flüssigem und gebrochenem Deutsch, die schrille Schiedsrichterpfeife und der Beifall der Mannschaftskameraden: Ein dunkelhäutiger Jugendlicher mit einem Armband, auf dem die ghanaische Flagge zu erkennen ist, hat soeben ein Tor geschossen.

Ex-Fußballer Stefan Emmerling, der vor 16 Jahren bei Fortuna Düsseldorf seine Karriere beendet hat, verhalf ihm zu diesem Triumph. Er leitet in diesem Jahr das „Fußballcamp plus“, das vor neun Jahren ins Leben gerufen wurde. Zur Finanzierung des sozial-sportlichenProjekts spielen sich mehrere Vereine die Bälle zu.

Im Mittelpunkt steht dabei „Klartext für Kinder“, die sich für die Sechs- bis 18-Jährigen auf dem Fußballplatz einsetzen. „26 Prozent aller Kinder in Deutschland leben in Armut“, beklagt Mitarbeiterin Gudrun Tersteegen. „Deren Eltern können sich keinen Sportverein leisten“, sagt sie. Um dem entgegenzuwirken, hat Frank Lehmann, ebenfalls Beschäftigter bei „Klartext“, in diesem Jahr 3000 Euro gespendet.

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Mit dem Geld konnten 40 Fußbälle angeschafft und Ausflüge ins Gladbacher und Dortmunder Stadion finanziert werden. „Wenn man für den Verein arbeitet, trifft man Entscheidungen aus dem Herzen“, sagt er stolz. Auch Michaela Bothen vom Jugendamt ist dieser Ansicht: „Es ist schön zu sehen, wie viel Freude man den vielen Kindern bereiten kann.“

Abseits der Rasenfläche sorgt Bothen sich mit ihrer Mitarbeiterin Andrea Adams auch um die Sechs- bis 18-Jährigen. In der offenen Einrichtung für Kinder und Jugendliche an der Römerstraße 714 verteilen sie heute das angebotene Mittagessen. Eine große Menge Spaghetti Bolognese muss der Koch des Hauses gegen 40 hungrige Kindermägen verteidigen, damit jeder etwas abbekommt.

Im „Fußballcamp plus“ gibt es täglich eine warme Speise. „Gestern gab es Zucchini-Gemüse, da war die Begeisterung nicht so groß“, lacht Michaela Bothen. Ob es den jungen Fußballern sonst gefällt? „Ich habe hier sehr viele Freunde kennengelernt“, erzählt ein Achtjähriger. „Es macht sehr viel Spaß hier. Ich war vergangenes Jahr auch schon dabei“, meint ein anderer.

„Unser Projekt funktioniert seit zehn Jahren reibungslos; unser Angebot ist seitdem immer stärker gewachsen“, freut sich Gudrun Tersteegen. „Ein Schwimmangebot wäre noch super“, überlegt sie, „oder Reiten oder Tanzen, irgendein Mannschaftssport.“ „Das Projekt stellt auf jeden Fall eine Abwechslung zum Arbeitsalltag dar“, fasst Michaela Bothen die am Freitag endende Fußballwoche zusammen.