Stadtplanung in Moers: Baustart auf der Horten-Brache

Stadtplanung in Moers : Baustart auf der Horten-Brache

Viele Moerser haben nicht mehr daran geglaubt: Zwischen Homberger-, Otto-Hue- und Bankstraße entsteht ein neues Wohnviertel. Seit dieser Woche rollen die Bagger.

Seit fast vier Jahren klafft in der Moerser Innenstadt eine hässliche Wunde, die nicht nur den Technischen Beigeordneten schmerzt. „Viele Bürger haben wahrscheinlich schon nicht mehr daran geglaubt, dass sich auf dem ehemaligen Horten- und C&A-Gelände noch mal etwas tut“, sagt Thorsten Kamp. „Sie sehen natürlich nicht, was in den vergangenen Jahren im Hintergrund alles gemacht werden musste. Schließlich lag bereits ein kompletter Bebauungsplan mit einer ganz anderen Zielrichtung vor.“

Blick von der Bankstraße aus: So wird der neue Wohnkomplex aussehen. In zwei Jahren soll er stehen. Foto: Dereco

Zur Erinnerung: Auf dem Areal sollte ursprünglich die „Grafengalerie“ entstehen. Die Planung des Einkaufszentrums durch die Firma Charterhaus zog sich jahrelang hin, nach dem Tod von Charterhaus-Chefin Brigitte van der Jagt Ende 2015 wurden die Pläne aufgegeben. Der Kölner Projektentwickler Dereco übernahm. Jetzt ist auf der Fläche zwischen Homberger Straße, Otto-Hue-Straße und Bankstraße ein modernes, innerstädtisches Mietwohnquartier geplant. „Aus heutiger stadtplanerischer Sicht ist Wohnen mit kleineren Einzelhandelseinheiten entlang der Homberger Straße an dieser Stelle der Innenstadt sicher sinnvoller als ein großes Einkaufszentrum“, sagt Kamp. „Und die neuen Bewohner werden eine neue Nachfrage schaffen.“

 Nach den Entwürfen des Düsseldorfer Architekturbüros Wrede Architekten sind neben 139 Wohneinheiten auch etwa 890 Quadratmeter für zwei bis vier Ladenlokale eingeplant. Mietverträge seien dafür noch nicht unterschrieben, sagt David Noll, Mitglied der Geschäftsführung bei Dereco. Denkbar sei vieles. Ein Biomarkt habe zum Beispiel Interesse bekundet. An die Homberger Straße wird dann auch die Bushaltestelle verlegt, die sich derzeit im Bereich der Feldstraße befindet. Das frühere Dresdner-Bank-Haus und ein Drei-Familien-Haus an der Feldstraße werden abgerissen und durch neue Wohnhäuser ersetzt.

Unter dem Hauptbaukörper wird es 97 Autostellplätze für Mieter geben. „Damit ist der Platz an dieser Stelle komplett ausgenutzt“, sagt Kamp. Damit die Bewohner und Ladenbetreiber damit auskommen, gibt es ein zusätzliches Mobilitätskonzept. Das sieht unter anderem ausreichend Fahrradabstellmöglichkeiten sowie drei Carsharing-Plätze im Außenbereich vor.

Insgesamt rund 45 Millionen Euro sollen in den kommenden Jahren verbaut werden. Fertigstellung könnte im Sommer 2021 sein. Bevor die eigentlichen Bauarbeiten beginnen können, muss das Gelände noch von den Trümmern der Horten- und C&A-Gebäude befreit werden. Der Baustellenverkehr soll über die Bank- und die Otto-Hue-Straße abgewickelt werden. Auf der Otto-Hue-Straße entfallen die derzeit schräg angeordneten Stellplätze. „Kirmes und Nelkensamstagszug wurden im Verkehrskonzept bereits mit eingeplant“, sagt Kamp.

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