Stadt will private Gärten in Moers-Meerbeck zu Obstwiesen machen

Naturschutz in Moers : Private Gärten sollen Obstwiesen werden

Nutzung von Ackerland in Meerbeck-Ost: Stadt will sich mit Anwohnern einigen.

Im Streit um die Nutzung von privaten Grundstücken im Außenbereich von Meerbeck-Ost (Planetenviertel) hat die Stadt jetzt einen Kompromissvorschlag vorgelegt: Die Grundstücke sollen von Nord nach Süd mit einem zehn Meter breiten Heckenstreifen bepflanzt werden. Auf der den Häusern abgewandten Seite der Hecke sollen Obstbäume angepflanzt werden. So entstünde eine große Obstbaumwiese, wie sie der Landschaftsplan als „mögliche Entwicklungsrichtung“ vorsehe, sagte am Dienstag Martin Dabrock, Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung und Umweltplanung im Rathaus.

Vor einem Jahr hatte die Stadt bemängelt, dass Anwohner am östlichen Rand des neuen „Planetenviertels“ ihre Grundstücke durch Ankauf von Parzellen vergrößert haben. Problem: Bei dem hinzugekauften Land handelt es sich um einen „Außenbereich“ – also Acker. Der darf nicht ohne weiteres eingezäunt werden (zumindest Kleintiere müssen durch Einfriedungen schlüpfen können), zudem sind Aufbauten wie Gartenhäuschen, Spielgerüste oder gar Pools nicht erlaubt. Weiteres Problem: Nach dem Bebauungsplan hätten am Rand der (ursprünglichen) Grundstücke der Hauseigentümer eine fünf Meter breite Hecke angelegt werden sollen. Dies nicht „aus Jux und Dollerei“, wie der Technische Beigeordnete Thorsten Kamp betonte. Vielmehr handle es sich um eine festgeschriebene Siedlungsrandbegrünung als Ausgleich für das Grün, das dem Baugebiet weichen musste. Eine weitere Ausgleichsmaßnahme sollte ein zusätzlicher Pflanzstreifen bilden, der unmittelbar vor einigen der ursprünglichen Grundstücke verlaufen sollte.

Anwohner hatten protestiert und auch Teile der Politik waren skeptisch. Jetzt will die Stadt den Anwohnern entgegenkommen und auf die fünf Meter breite Hecke verzichten. „Die Anwohner können ihre Grundstücke voll nutzen“, sagte Dabrock. Das gilt aber nicht für die hinzugekauften Grundstücke; sie sollen durch die zehn Meter breite Hecke und die dahinter liegenden Obstbäume in Beschlag genommen werden. Für die Hecke sind breite Durchgänge vorgesehen, so dass die Anwohner die Obstwiese erreichen und in gewissem Grad nutzen können. Für den einen oder anderen Aufbau werde allerdings wohl kein Platz mehr da sein, und auch als hauseigener „Fußballplatz“ ist das Areal dann nicht mehr so gut nutzbar wie jetzt. Überprüft müsse auch werden, ob die Einfriedungen im Außenbereich überall den Vorschriften entsprechen. Wer die Hecke und die Bäume pflanzt – Stadt, Anwohner oder die Vivawest als einstiger Erschließungsträger, stehe noch nicht fest. Kamp sieht aber die Vivawest „in der Bringschuld“.

Stimmt die Politik den Vorschlägen der Stadtverwaltung zu, will diese auf die betroffenen Anwohner zugehen und mit ihnen sprechen. Einzelne Gespräche über die neuen Pläne habe es bereits gegeben, sagte Dabrock. „Ein Großteil hat sie positiv aufgenommen.“

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