Moers: Stadt will Asylunterkunft an Filder Straße

Moers : Stadt will Asylunterkunft an Filder Straße

Die Verwaltung plant, an der Filder Straße ein Container-Wohnheim für Asylbewerber zu errichten. 80 Personen sollen dort leben. Das Containerdorf würde zwei Millionen Euro kosten. Als Standort wird auch die Römerstraße diskutiert.

Die Stadt Moers reagiert auf den nicht abreißenden Flüchtlingsstrom aus den Krisenländern. In den Ausschüssen soll bald ganz konkret über den Bau einer Containersiedlung beraten werden, in der künftig 80 Flüchtlinge vorübergehend unterkommen sollen. Das geht aus einer aktuellen Vorlage der Stadtverwaltung hervor. "Das Thema hat uns schon seit längerem beschäftigt", sagte Stadtsprecher Klaus Janczyk auf Anfrage. Kosten würde der Bau der angedachten Containereinrichtung rund zwei Millionen Euro, die Instandhaltungskosten beziffert die Verwaltung nach ersten Hochrechnungen auf 100 000 Euro im Jahr. Das Thema wird am Dienstag zunächst im Sozialausschuss beraten, eine Woche später kommt es in den Bau- und den Hauptaussschuss, am 24. September entscheidet der Rat.

Die Stadt muss handeln. Weil die städtischen Kapazitäten zur Unterbringung von Flüchtlingen erschöpft sind, sei "die Einrichtung mindestens eines neuen Standortes unumgänglich", heißt es in der Vorlage weiter. Die Übergangsheime platzen aus allen Nähten. Derzeit unterhält die Stadt drei Einrichtungen, 250 Personen finden darin Platz. Weitere Flüchtlinge leben derzeit in Unterkünften für Obdachlose auf der Rheinhausener und der Römerstraße. Insgesamt leben in Moers 285 Asylantragssteller, vor einem Jahr waren es "nur" 135. Das Bundesinnenministerium rechnet damit, dass dieser Trend anhält. In Moers sollen Container das Platzproblem lösen.

Unklar ist noch, wo die Anlage entstehen soll. Geht es nach der Verwaltung, soll das Containerdorf an der stadtfernen Seite der Filder Straße entstehen. "Ich gehe davon aus, dass dieser Vorschlag angenommen wird", sagt Stadtsprecher Klaus Janczyk. Grund ist die in den Augen der Verwaltung günstige Lage: Der zweite möglichen Standort, ein Grundstück an der Römerstraße, liegt unmittelbar neben größeren Wohngebieten. Die Stadtverwaltung befürchtet Konflikte. Das Areal an der Filder Straße hingegen liegt weit weg von Wohngebieten.

Parallel prüft die Stadt bereits weitere Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge. Genannt werden die ehemaligen Grundschulgebäude Achterathsfeld und Erlenweg. Beide Gebäude werden bereits auf ihren baulichen Zustand untersucht. Dass dort in Zukunft jedoch Flüchtlinge untergebracht werden, hält Janczyk für unwahrscheinlich. "Es spricht nicht viel für diese Lösungen", sagte er.

Zu den Plänen äußerte sich auf RP-Anfrage auch Amar Azzoug, der Gründer des Bunten Tischs, Er kümmert sich seit Jahren um die Belange von Flüchtlingen. "Die Flüchtlinge in Containern unterzubringen, ist der richtige Schritt. Ich halte die Unterbringung darin für sinnvoller, als viele Personen auf engem Raum unterzubringen", sagte Azzoug. "Teilweise leben drei Personen auf allerengstem Raum, auch in Moers." Der Umgang mit Flüchtlingen bleibt auch in den kommenden Wochen ein bestimmendes Thema. Wie man die Situation der Asylbewerber verbessern kann, darüber wird am kommenden Dienstag beim Bunten Tisch diskutiert. Vertreter aller politischer Partien in Moers haben zugesagt.

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(RP)