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Stadt Moers für Stromtrasse entlang der Autobahn

Neue Hochspannungsleitung : Stadt für Trasse entlang der Autobahn

Kindergarten, Grundschule und Kleingartenanlage im Moerser Norden sollen von einer Hochspannungsleitung befreit werden. Um ihrer Stellungnahme Gewicht zu verleihen, schalteten sie beim Erörterungstermin einen Fachanwalt aus Berlin ein.

Philipp Heinz hat sich im Planungs- und Umweltrecht bundesweit einen Namen gemacht. Wenn ein neues Kraftwerk oder eine neue Hochspannungsleitung geplant werden, wird der Rechtanwalt aus Berlin eingeschaltet. So vertrat er die Stadt Krefeld beim Planfeststellungsverfahren, mit dem Netzunternehmen Amprion, die eine Hochspannungsleitung von Krefeld-Hüls Richtung Meerbusch-Osterath bauen will. „So sind wir auf ihn aufmerksam geworden“, sagt Martin Dabrock als Moerser Leiter des Fachbereichs Stadt- und Umweltplanung. „Er hat an der Stellungnahme der Stadt Moers zum Planfeststellungsverfahren der Hochspannungsleitung von Rheinberg-Budberg über Moers-Utfort nach Krefeld-Hüls mitgearbeitet.“

Am Dienstag und Mittwoch vertrat Heinz die Stadt Moers außerdem beim Erörterungstermin zu diesem Verfahren, zu dem von der Bezirksregierung Düsseldorf in die Enni-Eventhalle eingeladen worden war (RP berichtete). Belgeitet wurde er bei diesem nichtöffentlichen Termin unter anderem vom Moerser Stadtplaner Alexandro Hugenberg. „Sehr deutlich“ habe der Anwalt die Stellungnahme der Stadt Moers vorgetragen, sagt Helmut Breitfeld als Vorsitzender des Vereins „Moers unter Hochspannung“. Er habe als bekannter Anwalt dieser Stellungnahme Gewicht verliehen.

Diese Stellungnahme, die vom Berliner Anwalt mit ausgearbeitet worden war, hatte der Rat bereits in seiner Sitzung am 12. Februar beschlossen, um damit gleichzeitig das Anliegen des Vereins „Moers unter Hochspannung“ aufzunehmen. „Der Verbleib in der Bestandstrasse führt dazu, dass die beantragte Trasse weiterhin in der Engstelle zwischen Repelen und Eick-West und damit weiterhin direkt neben bestehender Wohnbebauung, der Regenbogenschule, der Kindertagesstätte Bauklötzchen und dem angrenzenden Sportplatz verläuft“, heißt es darin. „Zudem wird weiterhin die Kleingartenanlage des Kleingartenvereins Am Frankenfeld überspannt. Die Erhöhung der Spannungen führt auch zur Erhöhung von elektromagnetischen Feldern und den lärmbedingten Belastungen.“

Die Stadt schlägt in ihrer Stellungnahme vor, den „sensiblen Raum in Repelen“ weiträumig zu umgehen. Die Trasse soll in der sogenannten Variante 5a parallel zur A 42 bis zum Autobahnkreuz Kamp-Lintfort und von dort parallel zur A 57 Richtung Süden laufen. „Amprion lehnt das ab, weil dadurch die Leitung länger wird“, erläutert Martin Dabrock. „Letztlich entscheidet die Bezirksregierung.“