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Moers: Stadt bezuschusst Schulsozialarbeit bis 2021

Moers : Stadt bezuschusst Schulsozialarbeit bis 2021

Weil der Kreis umverteilt, fehlt den Schulen viel Geld. Das zahlt jetzt die Verwaltung. Für Spielplätze bleibt mehr übrig.

Lehrer und Schulsozialarbeiter stehen in Moers vor massiven Problemen. Im Jugendhilfeausschuss haben Pädagogen und Vertreter der Schulen von den Herausforderungen ihrer Arbeit berichtet und die Stadt um finanzielle Hilfe gebeten.

Demnach sei die personelle Situation unbefriedigend, das Geld reiche nicht, oft gebe es nur halbe Stellen. Weil der Kreis Wesel die Verteilungsmodalitäten geändert hat, drohte der Schulsozialarbeit jetzt sogar Geld zu fehlen. Die Differenz will die Stadt nun aus ihrer eigenen Tasche zahlen.

Aber von vorn: Der Jugendhilfeausschuss hat sich Ende der Woche mit der Finanzierung der Schulsozialarbeit beschäftigt. Erst im vergangenen Jahr hatten die Grundschulen Regenbogenschule und Astrid-Lindgren-Schule für 2018 einen Antrag auf Schulsozialarbeit gestellt, der mit jeweils 15 Wochenstunden bewilligt wurde. Zusammen mit den anderen Moerser Schulen war damit das gesamte Kontingent vollständig ausgeschöpft. Im Ausschuss ging es nun um die Finanzierung bis 2021.

Trotz der Kürzung der Mittel durch den Kreis hat sich das Gremium für die Finanzierung der Schulsozialarbeit im bisherigen Umfang ausgesprochen. In diesem Jahr zahlt die Stadt damit rund 175.000 Euro. Gut 220.000 Euro kommen als Landesförderung über den Kreis Wesel. Das sind knapp 10.000 Euro weniger als im Vorjahr. In den Jahren 2019 bis 2021 bleibt die Fördersumme dann konstant.

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Sozialarbeiter in den Schulen vermitteln nicht nur Familien mit mit niedrigem Einkommen die finanzielle Unterstützung, um Kinder am schulischen und sozialen Leben teilhaben zu lassen. Sie arbeiten vor allem eng mit Lehrern zusammen und stehen für Streitschlichtung und Vermittlung. Eine Vertreterin der Moerser Schulleiter machte in der Sitzung klar, dass die Sozialarbeit unverzichtbar ist.

In der Ausschussvorlage heißt es dazu: Die Schulsozialarbeit trägt als Instrument dazu bei, "allen Kindern eine positive Entwicklung zu ermöglichen und Bildungsgerechtigkeit zu unterstützen." Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses waren sich einig: Bei der Finanzierung sind in erster Linie Land und Bund in der Pflicht. Sie wollen dies in ihren übergeordneten Parteigremien thematisieren.

Eine weitere einstimmige Entscheidung traf der Jugendhilfeausschuss bei der Spielplatzplanung. Sanierung und Neubau sollen künftig "dringlich" behandelt werden. In diesem Jahr stehen noch gut 744.000 Euro zur Verfügung. Darunter sind auch Mittel der beiden Vorjahre, die aufgrund von fehlendem Personal nicht ausgegeben wurden.

Das städtische Kinder- und Jugendbüro soll nun eine neue Prioritätenliste erstellen. Die Träger der Offenen Ganztagsschule sollen ab dem kommenden Schuljahr insgesamt 60.000 Euro mehr erhalten. Damit besteht immer noch eine Lücke von 140.000 Euro. In den nächsten Beratungen zum städtischen Haushalt soll das berücksichtigt werden.

(atrie)