Moers: St. Markus ist Geschichte

Moers: St. Markus ist Geschichte

Gestern wurde die letzte Eucharistie in der Kirche St. Markus in Schwafheim gefeiert. Das Haus mit marodem Dach wird demnächst abgerissen. Auf dem Grundstück entsteht ein Gesundheitszentrum.

SCHWAFHEIM Die Kirche St. Markus in Schwafheim gibt es nicht mehr. Gerade einmal 32 Jahre, nachdem sie als Filialkirche der damals selbstständigen Gemeinde St. Bonifatius Asberg geweiht wurde, ist sie Geschichte. Es sei ein trauriger Anlass, räumte Dechant Achim Klaschka ein, die letzte heilige Messe in dem eigentlich noch jungen, aber dennoch unrettbar baufälligen Gotteshaus in Schwafheim mit anschließender Profanierung zu feiern.

Gedrückte Stimmung

Gekommen waren viele Gemeindemitglieder aus Schwafheim, dem Pfarrbezirk Asberg und der durch die Zusammenlegungen der Moerser Gemeinden entstandenen Gemeinde St. Josef. In der Kirche waren alle Plätze besetzt. Die Stimmung gedrückt. Einige vergossen bittere Tränen.

Dechant Klaschka empfand genau so. "Ein schwerer, ein trauriger Tag", begann er seine Predigt. Er räumte ein, dass die notwendigen Mittel zur Sanierung des undichten Kirchendaches, die Hunderttausende Euro verschlingen würden, vom Bistum in Münster nicht mehr zu Verfügung gestellt werden konnten. Bereits vor vier Jahren sei klar gewesen, die Kirche St. Markus und Kindergarten seien nicht zu halten. Zumindest sei es für die rund 2200 Schwafheimer Gemeindemitglieder gelungen, die Kirche bis heute und den Kindergarten bis ins nächste Jahr zu erhalten. Ein Absturz konnte so vermieden und ein planbarer Sinkflug eingeleitet werden.

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Dank an alle

Klaschka erinnerte in seiner Predigt an die vielen Gottesdienste, Rosenkranzgebete und Maiandachten. Er dankte den Gemeindemitgliedern, aber bei aller Trauer um die Schließung es müsse weitergehen. "Hoffnung und Verheißung unsere christlichen Werte müssen weitergegeben werden", forderte er die Gottesdienstbesucher auf.

Nach der Eucharistiefeier folgte die Profanierung. Es wurde gebetet, eine Litanei gesungen und Fürbitten gehalten. Nachdem Dechant Klaschka das Dekret von Bischof Felix Genn zur Profanierung von St. Markus verlesen hatte, wurden die Kerzen am Altar gelöscht, die Altardecke zusammenfaltet, die Kreuzwegbilder abgehenkt. St. Markus, nach dem Evangelisten benannt, war keine Kirche mehr.

Damit stehe, so Dechant Klaschka, die ehemalige Kirche St. Markus für eine profane, weltliche Nutzung zur Verfügung. Sie wird verkauft und später abgerissen. An ihre Stelle wird ein Gesundheitszentrum treten.

(RP)
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