Square Dance in Moers hat viel Erfolg

MOERS : Der „Caller“ ruft zum Tanzen aufs Pakett

Square Dance gilt als moderner Gruppentanz. Der Club Lower Rhine Squares trainiert regelmäßig bei Kampmann.

Die Gaststätte Kampmann in Moers ist Vereinslokal der „Lower Rhine Squares“ und proppenvoll. Angesagt ist eine Schnuppereinheit, bei dem Tanzfreudige den modernen Gruppentanz ausprobieren können. Ein neuer Grundkurs steht auf dem Programm, bei dem rund 70 Figuren in acht Monaten erlernt werden können. Das Tanzen unterscheidet sich nach verschiedenen Leistungslevels der jeweiligen „class“. Je höher das Level, desto mehr Figurenfamilien werden getanzt. Das Grundrepertoire lässt sich im Laufe der Zeit auf mehr als 500 aufstocken. Rund 30 Gäste wollen wissen, was sich hinter dem Tanz nach Ansage verbirgt, worin die Faszination Square Dance besteht. Der Gruppentanz mit vier Paaren macht sichtbar viel Freude, sorgt für gute Laune und wirkt ansteckend, wie der erste Eindruck vermittelt.

Die männlichen Mitglieder vom Square Dance Club tragen leichtes Western-Outfit, die Damen beeindrucken mit ihren wippenden Petticoats. Zum Club-Outfit gehört ebenfalls das Clubzeichen, das von so genannten Dangles geschmückt wird. Die kleinen Ansteckschildchen sind Mitbringsel aus Clubs, die besucht wurden und zeugen von reger Reisetätigkeit. Alleine Musik vom Band gibt es nicht, sondern sozusagen als lebendige Musikbox gibt als ausgebildeter Caller Michael Franz singend die Figurenfolge vor. Seine Bandbreite reicht von Western- und Countrymusik über aktuelle Hits. Er ruft die auszuführenden Figuren den im Quadrat Tanzenden zu und baut singend seine Anweisungen in den Liedtext ein. Die Figuren müssen in die Abfolge passen. „Das verlangt jede Menge an Konzentration und Teamwork auf beiden Seiten. Es ist die große Kunst eines Callers“, erläutert Rolf-Werner Claus. Seine Frau Doris ist Präsidentin des Clubs und ebenfalls aktive Tänzerin.

Die Faszination des Gruppentanzes, an dem auch jeder Single teilnehmen kann, liegt darin, dass die Schrittfolgen aufgehen, lüftet Claus eines der Geheimnisse. Acht Personen, also vier Paare, stehen am Ende wieder wohlgeordnet und sichtbar zufrieden am Ausgangspunkt. Alltagsstress sind im Nu verflogen. Wissenschaftlich belegt ist, dass Tanzen, also die Kombination von Bewegung und Konzentration auf die Schrittfolge, Glückshormone freisetzt.

Der Saal bei Kampmann eignet sich gut für diesen Tanzsport. Anfänger staunen, mit welcher Leichtigkeit die langjährigen Akteure sich bewegen. Erstmals dabei Birgit und Andreas, die wissen wollen, ob ein solcher Sport zu ihnen passt. „In der Zeitung habe ich davon gelesen und will es ausprobieren“, sagt dazu auch Anke Osterspey. Klaus Herrgott ist mit seiner Frau Ursula seit fast 18 Jahren dabei, Sohn Friedhjof (23) trägt ebenfalls das Tanzvirus in sich und hat mit seiner Mutter bereits eine Reise nach Tokio zu anderen Clubs hinter sich. „Wir reisen viel und haben schnell zu anderen Menschen Kontakt, die ebenfalls Square Dance tanzen. Die Geselligkeit macht Spaß“, erläutert Herrgott die Faszination. Dabei entstehen im Urlaub Freundschaften, die lange halten. Eine richtige Bereicherung.“ Dieser Tanzsport scheint auch kein Alter zu kennen, denn Jung und Alt drehen sich zum Takt und den Anweisungen des Callers.

Michael Püttmann (57) nimmt jedes Mal eine weite Anreise auf sich, um beim Clubabend dabei zu seien. „Ich habe nachgerechnet. Bei unserem Clubabend legen wir im Schnitt tanzend sieben bis zehn Kilometer zurück“, sagt Püttmann. Dass Square Dance ordentlich an Kondition verlangt, machte sich selbst bei den trainierten Tänzerinnen und Tänzern bemerkbar. Nicht von ungefähr wird der Gruppentanz als ganzheitliches gesundheitsförderliches Training bezeichnet.