Analyse: Wie geht es weiter mit den MSC-Herren?

Analyse : Wie geht es weiter mit den MSC-Herren?

Die Etatkürzung führt dazu, dass sich das Gesicht des Teams beim Volleyball-Bundesligisten Moerser SC deutlich ändern wird.

Weil der Moerser SC seinen Etat für die Mannschaft in der Volleyball-Bundesliga deutlich kürzen muss, ist klar, dass die Spieler auch Einbußen bei ihrer Entlohnung in Kauf nehmen müssen. Im Gespräch mit der RP deutete MSC-Präsident Günter Krivec eine Größenordnung zwischen 30 und 40 Prozent an.

Daraus ergibt sich, dass einige Spieler zwangsläufig den Verein verlassen werden und das Bundesligateam der Grafenstädter in der kommenden Saison ein völlig neues Gesicht bekommen wird. Bis zum 31. Januar sollen die Spieler Krivec mitteilen, wie sie ihre Lage in Moers sehen. Die Sportredaktion analysiert schon vorab, wer aus dem aktuellen Kader noch eine Zukunft bei den Adlern hat.

Erste Kandidaten für einen Abschied sind naturgemäß die ausländischen "Profis", die in der Regel vom Leistungssport leben und auch die Klasse besitzen, um bei einem anderen Bundesligisten unterzukommen. In diese Kategorie gehört sicher Nico Freriks (31), der erst kurz vor Saisonbeginn verpflichtet wurde.

Der niederländische Zuspieler stellte seine Klasse unter Beweis und wird sich sicher nach einem anderen Verein umschauen. Adieu sagen wird bestimmt auch der Niederländer Ewoud Gommans (22). Er spielt auf Annahme/Außen einen dynamischen Ball. Er wird Angebote anderer Vereine aus Deutschland und aus dem Ausland erhalten. Der Spanier Óscar Rodriguez (30) ist zwar der unbestrittene Publikumsliebling, aber er kann noch einige Jahre Geld im In- und Ausland verdienen. Rodriguez wird sich einen anderen Verein suchen beziehungsweise auf Angebote reagieren können. Der 33-jährige Australier Steve Keir ist zwar gelernter Diagonalangreifer muss in Moers aber im zweiten Jahr als Außen- und Annahmespieler agieren. In der laufenden Saison macht er seine Sache sehr gut.

Er kündigte zwar an, sich bei einem guten Konzept auch einen Verbleib zu reduzierten Bezügen vorstellen zu können, doch die Zeichen stehen eher auf Abschied. Die Verpflichtung von Zuspieler Bart Janssen (29) wirkt wie ein großes Missverständnis. Dem Verein war klar, dass er als Lehrer allenfalls einen Teilzeitjob beim MSC antreten würde. Nach der Last-Minute-Verpflichtung von Freriks profitierte Janssen davon, dass Tobias Neumann auf die Annahme/Außenposition versetzt wurde. Bobby Kooy (21) ist neu im Verein und als Dauerverletzter so etwas wie der Pechvogel dieser Saison. Ob er in den Planungen des Vereins ab dem Sommer noch eine Rolle spielen wird, erscheint eher fraglich.

Ein Sonderfall ist der vielfache niederländische Nationalspieler Michael Oliemann (29). Er gilt als verletzungsanfällig, ist aber in dieser Saison als Diagonalangreifer so etwas wie die Lebensversicherung des MSC. MSC-Präsident Krivec hat durchblicken lassen, dass er ihn als "guten Typen mit einem anständigen Charakter" gerne halten würde.

Die deutschen Spieler passen eigentlich allesamt in das von Günter Krivec angekündigte Konzept, künftig auf hoffnungsvolle Nachwuchsspieler zu setzen, die ihren Sport mit einer beruflichen Ausbildung kombinieren möchten. Mittelblocker Tim Broshog (25) ist seit 2008 im Verein und absolviert eine Ausbildung in einem Moerser Autohaus. Die will er beenden. Das gilt auch für Tobias Neumann (24), der neben dem Sport eine Ausbildung zum Tourismuskaufmann macht. Er dürfte einen Neuaufbau mittragen.

Die Mittelblocker Oskar Klingner (21) und Hennig Wegter (25) sowie Tom Weber (23) studieren parallel zum Leistungssport. Klingner erhielt zuletzt wenig Einsatzzeiten. Er könnte dem Angebot eines anderen Vereins erliegen. Auch Wegter ist in den besten Jahren und ist für andere Clubs interessant. Tipp: Er bleibt und schaut sich das neue Konzept ein Jahr lang an. Auch Weber wird voraussichtlich als Nachfolger von Libero Rodriguez bleiben. Dass Youngster Lukas Schattenberg (17) in der neuen Mannschaft eine größere Rolle spielen wird, wäre nur eine logische Konsequenz.

(RP/rl)