VfB Homberg verliert gegen Rot-Weiß Essen in der Regionalliga mit 1:2

Fußball-Regionalliga : Jafaris Anschlusstreffer fällt zu spät

Der VfB Homberg verlor die Heim-Premiere in der Fußball-Regionalliga gegen Rot-Weiß Essen mit 1:2. Oguzhan Kefkir gelangen zwei sehenswerte Treffer. In der Schlussphase verwalteten die Gäste das Ergebnis.

Es war schon etwas Besonderes für den VfB Homberg: das erste Heimspiel in der Regionalliga, gleich gegen den Traditionsclub Rot-Weiß Essen und vor über 5200 Zuschauern in der ungewohnten Schauinsland-Arena. „Die Stimmung war sensationell, da kann man sich dran gewöhnen“, meinte auch Mannschaftskapitän Dennis Wibbe. Das Ergebnis hingegen ist aus Sicht des Aufsteigers verbesserungswürdig, denn Essen nahm dank eines 2:1 (0:0)-Erfolges die Punkte mit.

„RWE war über die 90 Minuten gesehen das bessere Team und hatte mehr Torchancen“, gestand Hombergs Trainer Stefan Janßen nach der Partie. Insbesondere in der ersten Hälfte war diese Überlegenheit offensichtlich. „Wir müssen geduldig spielen“, hatte RWE-Trainer Christian Titz seiner Elf in den Matchplan geschrieben – und das setzte die routinierte Elf auch um. Immer wieder versuchte Essen, einen Weg durch die beiden tiefstehenden Homberger Viererketten zu finden, doch der VfB verteidigte sehr gut und ließ zunächst nichts zu.

Dennis gegen Dennis: Ex-MSV-Profi Dennis Grote grätscht gegen Hombergs Kapitän Dennis Wibbe. Mark Bohla. Foto: Mark Bohla

Ganz im Gegenteil hatte der VfB zwei kleinere Chancen nach Kontern. Doch Danny Rankl konnte keinen Druck hinter seinen Kopfball bringen, und Metin Kücükarslan hätte lieber aus vollem Lauf aus etwa 20 Metern selbst drauf gehalten, als einen Zauberpass in den Strafraum zu versuchen. Nach einer knappen halben Stunde musste Philipp Gutkowski erstmals eingreifen. RWE hatte sich gut in den Homberger Strafraum durchgepasst und Ayodele Max Adetula zielte von halblinks aus etwa acht Metern aufs lange Eck, doch Gutkowski parierte. Noch zwei, drei Mal wurde es vor der Pause brenzlig vor dem Homberger Gehäuse, doch verzogen die Rot-Weißen knapp oder Gutkowski stand im Weg. So durfte Homberg durchatmen, als der Schiri zur Halbzeit pfiff.

„Wir wollten nach der Pause Nadelstiche setzen“, sagte Trainer Janßen später, und das gelang zunächst gut. Die Partie lief noch keine Minute, als der VfB einen Konter startete. Markus Wolf eroberte den Ball, schickte Justin Walker auf der linken Bahn, der eine gute Flanke in den Strafraum schlug, doch Wibbe verpasste ganz knapp. „Wenn da das Tor fällt, kann die Partie für uns gut enden“, trauerte Janßen der Chance hinterher.

So war es wenig später Oguzhan Kefkir, der mit zwei Bilderbuchtoren die Partie zu Gunsten der Gäste drehte. Zunächst überwand er mit einem Seitfallzieher Gutkowski (55.), und bald darauf nahm er steil geschickt den Ball volley an, legte ihn sich so vor, dass er ihn per Kopf über den Keeper ins Tor nickte (72.). „Das waren zwei tolle Treffer, die ich mir noch mal auf Video ansehen muss“, musste auch Janßen eingestehen.

Während Trainer Titz seine Essener gerne weiter aktiv gesehen hätte, „hat die Mannschaft angefangen zu verwalten. Das wäre fast noch gefährlich geworden.“ Denn wäre der sehenswerte Kopfballtreffer des eingewechselten Ahmad Jafari (88.) früher gefallen, hätte der VfB vielleicht frischen Rückenwind bekommen. „Letztlich hat Essen verdient gewonnen“, gestand Jafari, „wir haben mehr individuelle Fehler gemacht.“

Auch Wibbe hätte sich zwar gewünscht, „dass da irgendwie noch einer durchrutscht. Aber als VfB haben wir heute ein Riesenspiel gemacht, uns sehr gut verkauft.“ Auch für den Trainer war es recht emotional, nicht zuletzt auch wegen der tollen Stimmung: „Ich bin Duisburger und habe für den MSV gespielt. Für mich war das etwas ganz Besonderes, hier in diesem Stadion aktiv mit meiner Mannschaft zu sein. Wir sind sehr dankbar, dass so viele Duisburger Fans hinter uns standen.“

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