VfB Homberg steigt in die Regionalliga auf.

Stürmer Danny Rankl griff zum Rasierer : VfB Homberg ist am Ziel seiner Träume

Mit einem 3:1-Sieg in der Fußball-Oberliga über TuRU Düsseldorf hat der Tabellenführer vorzeitig den Aufstieg in die Regionalliga perfekt gemacht. Markus Wolf löste seine Wettschulden ein und verlor seinen Vollbart.

Vier Jahre lang hatte er ihn gehegt und gepflegt. Doch nun trennte sich Markus Wolf gern von seinem Markenzeichen. Ohne Gegenwehr ließ der Verteidiger des VfB Homberg seinen Kollegen Danny Rankl mit dem Rasierer zu Werke gehen – der Vollbart war ab. „Ich habe mit Danny in der Winterpause mal den Deal gemacht, dass er abkommt, wenn wir es tatsächlich mal schaffen sollten.“ Und da Wettschulden bekanntlich Ehrenschulden sind, durfte der Stürmer am Sonntag mit der Schermaschine ran. Was Wolf im Winter vielleicht noch nicht für möglich gehalten hatte, sich dann aber schon lange angedeutet hatte, ist nach dem 29. Spiel des Oberliga-Spitzenreiters nun auch rechnerisch sicher. Nach dem 3:1 (0:0)-Sige gegen TuRU Düsseldorf konnten die Gelb-Schwarzen am Sonntag am Rheindeich den Aufstieg begießen. Und das taten sie – ausgiebig.

Den Sieg gegen Wolfs Ex-Klub hätte es dafür noch nicht einmal gebraucht. Aber dass sich der 1. FC Bocholt mit einem 1:1 in Nettetal selbst die Chance nehmen würde, den VfB noch einholen zu können, hatte in der Kabine der Homberger niemanden beschäftigt. „Ich habe keinen Spieler ausmachen können, der darüber nachgedacht hätte, was mit einem Punkt oder weniger möglich sein könnte“, versicherte Patrick Dertwinkel. Und damit sprach der Mittelfeldregisseur eine der wichtigesten Eigenschaften des VfB für den Erfolg an. „Wir haben uns nur auf unser Spiel konzentriert und wollten es unbedingt gewinnen.“

Dass der VfB dies nach einer schleppenden ersten Halbzeit schaffte, in der TuRU deutlich machte, gern den Party-Killer spielen zu wollen, zeigt ebenfalls, was den Spitzenreiter ausmacht. „Man hat den Jungs angemerkt, dass sie einen ganz schweren Rucksack in diesem entscheidendem Spiel zu tragen hatten“, machte Stefan Janßen einige Nervosität bei seinen Kickern aus. „Aber dann haben sie sich in der Halbzeit noch einmal alle gegenseitig gepuscht und mir den Sieg geschenkt, den ich mir für den Aufstieg gewünscht hatte“, sagte ein bereits arg durchnässter Trainer, dessen gratulierende Mutter anmerkte, er würde ein wenig nach Alkohol riechen.

Für Metin Kücükarslan wurde „ein Traum wahr“. Und die Erfüllung dieses Traums leitete der Defensivspezialist mit dem 1:0 durch einen abgefälschten Schuss in der 52. Minute selbst ein. „Ich bin einfach nur glücklich, dass das Ding reingegangen ist. Und noch glücklicher macht mich, dass auch mein kleiner Bruder noch getroffen hat“, bereitete Tevfik Kücükarslan seinem großen Bruder mit der direkten Antwort auf den Anschlusstreffer des Düsseldorfers Sahin Ayas in der 90. Minute ebenfalls „eine Menge Stolz“ Und wieder wurde ein weiterer Erfolgsfaktor deutlich. Tevfik Kücükarslan kam 22 Minuten vor dem Entscheidungstreffer von der Bank. Und alle drei Tore gingen in diesem wichtigen Spiel auf das Konto von Kickern, die nicht als Torjäger bekannt sind. „Wir haben mit Danny Rankl einen richtigen Knipser. Aber die Mannschaft steht im Vordergrund“, betont Justin Walker, der mit seinem fünften Saisontreffer das 2:0 besorgte (64.).

Die sportliche Basis für den Aufstieg haben Walker & Co. somit geschaffen. Nun liegt der Ball bei der Stadt Duisburg mit der Frage, ob sie in der nächsten Saison tatsächlich einen Fußball-Regionalligisten zu ihrer Sportlandschaft zählen darf. „Das zu realisieren, war alles andere als selbstverständlich und hat viel akribische Arbeit unseres komplett ehrenamtlich tätigen Vorstands gekostet“, weiß Janßen um die baulichen Auflagen der Lizenz. „Jetzt sind wir auf Unterstützung angewiesen. und ich hoffe, dass wir nicht im Stich gelassen werden.“

Es spielten: Gutkowski; Wolf, Nowitzki (88. Schmitt), Rankl, Lorch (77. Haub), Wibbe, Koenders, Kogel, M. Kücükarslan, Walker (68. T. Kücükarslan), Dertwinkel

Mehr von RP ONLINE