Lokalsport: VfB Homberg setzt ein Ausrufezeichen

Lokalsport : VfB Homberg setzt ein Ausrufezeichen

Duisburger Hallenstadtpokal: Der abstiegsbedrohte Fußball-Oberligist gewinnt nach einem dramatischen Finale gegen den Bezirksligisten Genc Osman nach Neunmeterschießen. Angreifer Almir Sogolj ist treffsicherster Turnierspieler.

Selbst die 2284 Kilometer weite Anreise von Maurice Schumacher brachte kein Glück. Der Torwart des MSV Duisburg war wegen einer Meniskusverletzung vorzeitig aus dem Türkei-Trainingslager der Zebras in Lara abgereist, ließ sich in Duisburg untersuchen und humpelte dann auf Krücken in die Halle an der Krefelder Straße, um der MSV-Reserve beim 29. Duisburger Stadtpokal die Daumen zu drücken. Doch als "Maskottchen" brachte Schumacher nicht das erhoffte Glück. Der spielerisch teilweise entfesselt auftrumpfende MSV musste sich am Ende nach einem 4:5 gegen den Duisburger SV 1900 mit dem vierten Platz begnügen. Den Pokal holte der VfB Homberg nach einem dramatischen Finale gegen die Positiv-Überraschung SV Genc Osman.

Nach einem 1:3-Rückstand schafften Thomas Schlieter und Almir Sogolj im letzten Moment noch das 3:3. Im Neunmeterschießen blieb der VfB cool: Fabian Hastedt, Oguzhan Cuhaci, Jonas Rölver und Almir Sogolj verwandelten vom Punkt. Jung-Keeper Fabian Groß wehrte zwei Schüsse von Genc Osman ab. "Wenn viel auf einen drauf gehauen wird, muss man die Chance nutzen, positive Schlagzeilen schreiben zu können", ballte VfB-Trainer Günter Abel die Faust. Der 49-Jährige: "Wir haben auf uns aufmerksam gemacht. Was gibt es Schöneres, als so ein Ding noch drehen?

Glücklich war es nicht. Ein Spiel dauert halt so lange, bis die Uhr herunter gelaufen ist." Abel schob nach: "Genc war ein starker Gegner, hat aber versucht, uns am Ende die Hörner aufzusetzen und uns vorzuführen. Das lassen wir mit uns nicht machen." Hombergs Stürmer Almir Sogolj strahlte gleich doppelt: "Mit dem Turniersieg haben wir den ersten Grundstein für die Rückrunde in der Oberliga gelegt." Für ihn persönlich gab es noch die Auszeichnen zum besten Torschützen - per Losentscheid vor den ebenso treffsicheren Ogi Cuhaci (VfB) und Isi Öztürk (MSV). "Der Torjäger-Pokal ist gut für mich als Stürmer. Der Sieg tut der gesamten Mannschaft gut. Ich hoffe, dass wir diesen Aufschwung mit in die Rückrunde nehmen", so Sogolj. Ilyas Basol, Trainer des SV Genc Osman, zollte seinen Jungs trotz der Final-Niederlage ein dickes Lob: "Wir haben ein Super-Turnier gespielt. Aber ganz zum Schluss hat uns leider die nötige Cleverness gefehlt. Ein Neunmeter-Schießen ist immer Glücksache. Wir haben vorher zu viele Chancen liegen lassen."

Das galt auch für die MSV-Reserve, die im Halbfinale gegen Homberg 0:2 verlor. "Wir haben zwei dicke Dinger durch Maik Goralski vergeben. Da hat der Homberger Torwart stark reagiert", meinte Coach Manfred Wölpper.

Der Mündelheimer Trainer Meric Elgalp, dessen Team fußballerisch vor insgesamt 1500 Fans durchaus punktete: "Wir haben ein gutes Turnier gespielt, tollen Fußball gezeigt. Vielen Zuschauern hat unsere Spielweise gefallen." Fachschaftsleiter Peter Thomas zufrieden: "Schön war, dass auch die Kleineren wie Rheinland oder Mündelheim so prima mitgehalten haben."

(RP)