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Reiten: Und wieder Gold für Isabell

Reiten : Und wieder Gold für Isabell

Der Druck auf der Schlussreiterin der deutschen Dressur-Equipe war riesengroß, doch Isabell Werth bewies einmal mehr, dass sie nicht nur eine brillante Einzel-Athletin ist. Fünf Goldmedaillen umfasst nun ihre Olympia-Ausbeute.

Goldmedaille Numemr sieben für Deutschland — die Statistiker mit dem steten Blick auf den olympischen Medaillenspiegel der Nationen dankten es der Rheinbergerin Isabell Werth gestern Nachmittag, als sie in Hongkong mit ihrem Satchmo im Dressur-Mannschaftswettbewerb die gesamte Konkurrenz einschließlich ihrer großen Konkurrentin um den Einzel-Sieg, Anky van Grunsven, in Grund und Boden ritt. "Mit diesem Pferd muss man einfach gut aussehen", lobte die mit nunmehr fünf olympischen Goldmedaillen dekorierte Juristin ihr Ausnahme-Pferd, das fast schon an die Popularität des unvergessenen Gigolo heran reicht.

Eine Superserie hat Bestand

Es war ein nahezu perfekter Vortrag. Lediglich bei einer Piaffe trat Satchmo einmal kurz nach hinten aus. Die fünf Richter sahen IsabellWerth allesamt auf dem ersten Platz. Allerdings wertete der Niederländer Ghislain Fouarge mit jeweils 75,000 Prozentpunkten für die Rheinbergerin und van Grunsven beide Favoritinnen gleichermaßen stark ein. Heike Kemmer (Winsen)mit Bonaparte und Nadine Capellmann (Würselen) mit Elvis komplettierten die deutsche Equipe, die nach den Olympischen Spielen 1972 in München acht Mal die Goldmedaille gewann (Ausnahme: die Boykott-Veranstaltung 1980 in Moskau). Eine Superserie, die vor allem dadurch gesichert wurde, dass die Rheinbergerin Nerven aus Hartmetall zu haben scheint.

"Ich bin super, super stolz. Das ist ein unglaubliches Gefühl. Das fünfte Gold ist klasse, das Einzel kommt erst noch. Jetzt freue ich mich über das, was wir schon in der Tasche haben", jubelte die beste Dressurreiterin aller Zeiten, auf deren Schultern als Schlussreiterin ein enormer Druck lastete, nachdem ihre Rivalin Anky van Grunsven 90 Minuten zuvor mit Salinero mit der bis dahin besten Tageswertung (74,750) eine ernste Duftmarke setzte. Der großen Erwartungshaltung hielt die Rheinbergerin stand und konterte mit noch besseren 76,417 Zählern.

Bunte Reihe dann nach der Siegerehrung: Isabell Werth und Anky van Grunsven stellten sich Arm in Arm den Fotografen. Keine Spur von übertriebener Rivalität — beide Asse konnten sich mit ihren Teamgefährten über die ersten Medaillen der olympischen Dressur-Wettbewerbe so richtig freuen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Olympia 2008: Dressur-Reiter holen Gold

(RP)