TuS Lintfort verliert deutlich in Buchholz

Handball : Der Favorit wankt, fällt aber nicht

Frauen-Handball, 2. Bundesliga: Im ersten Spielabschnitt enttäuscht der TuS Lintfort auf der gesamten Linie. Nach dem Seitenwechsel ändert sich das Bild deutlich. Unter dem Strich erweist sich Buchholz-Rosengarten aber zu routiniert.

Vergangenes Wochenende noch zurecht für eine tolle Leistung gefeiert, folgte nun eine harte Bauchlandung. Die Zweitliga-Handballerinnen des TuS Lintfort sind zurück auf dem Boden der Tatsachen, bekamen bei HL Buchholz 08 Rosengarten die erwartete 23:31 (6:18)-Niederlage verabreicht.

Die Gäste vom linken Niederrhein hatten schwere erste 30 Minuten zu überstehen. Die Mannschaft war vor allem in mentaler Hinsicht nicht auf der Höhe. Die TuS-Spielerinnen ließen sich wohl auch vom klangvollen Namen Buchholz/Rosengarten ein wenig einschüchtern. Die Mannschaft agierte in ihrem Auftritt viel zu passiv, ohne Mut und Selbstvertrauen. Es klappte so gut wie gar nichts. Die Deckung schwamm, der Angriff blieb ohne Durchschlagskraft. Rosengarten ließ die Muskeln spielen, kombinierte prima und zog ein gezieltes Tempospiel zu Zwischenständen wie 9:2 oder 14:4 auf. Aus TuS-Sicht war vor allem die Passivität ganz schlimm. Das Team ließ seinen Kontrahenten über weite Strecken gewähren.

Aber der TuS Lintfort kam mit dem Mute der Verzweiflung aus der Kabine zurück und präsentierte sich den Zuschauern in Halbzeit zwei nun endlich mit dem wahren, dem kämpferischen Gesicht. Das große Ziel hieß, das drohende Desaster abzuwenden. Den TuS-Spielerinnen gelang es, den Spannungsbogen aufzubauen, sich als kampfstarke Einheit in der Deckung dem bis dato übermächtigen Gegner entgegen zu stellen. Zweikämpfe wurden siegreich gestaltet, Bälle abgefangen und postwendend mit dem Gegenstoß in einfache Tore umgemünzt.

Die Mannschaft erlangte minütlich mehr Selbstbewusstsein, was sich auch in der Offensive niederschlug. Die Ballstafetten wurden mit Tempo und Überblick durch die eigenen Reihen getrieben. Die Spielerinnen erkannten Lücken und nutzten die Möglichkeiten eiskalt aus. Rosengarten – weiterhin mit stärkstem Aufgebot – bekam große Schwierigkeiten, den eigenen Rhythmus zu halten. Lintfort gab nun die Schlagzahl vor, verkürzte bis auf 20:25. Die Partie kippte natürlich nicht. Dafür wiederum waren Routine und Cleverness der Gastgeberinnen zu groß. Aber die TuS-Spielerinnen bäumten sich in Halbzeit zwei auf und zeigten, dass auch sie ihre Qualitäten haben.

„Ich war zur Halbzeit richtig böse“, betonte TuS-Trainerin Bettina Grenz-Klein. „Aber ich muss sagen: Das, was meine Mädels nach dem Seitenwechsel gezeigt haben, ist aller Ehren wert. Es war eine Leistungssteigerung um 100 Prozent, so dass die Begegnung aus unserer Sicht noch mit Anstand beendet wurde.“

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