TuS Lintfort muss sich enorm steigern

Handball in Kamp-Lintfort : TuS Lintfort muss sich enorm steigern

Der Frauenhandball-Zweitligist tritt am Samstag bei der SG Kirchhof an. Nach der Pleite in Trier sollen nun Punkte her.

In Bezug auf die Stimmung gab es schon deutlich sonnigere Tage. Denn die jüngste Vorstellung war ziemlich enttäuschend, deckte schonungslos vorhandene Defizite auf. Die Zweitliga-Handballerinnen des TuS Lintfort sind bekanntlich vergangenes Wochenende bei der Heimniederlage gegen das Schlusslicht DJK/MJC Trier übel hingefallen. Jetzt heißt es schnellstmöglich wieder aufstehen, die Ärmel aufkrempeln und mit einer couragierten Leistung zeigen, dass die jüngste Pleite ein „Betriebsunfall“ war. Die TuS-Spielerinnen treten Samstag, um 18 Uhr, zum schweren Auswärtsspiel bei der SG Kirchhof an.

Die Gastgeberinnen rangieren mit 12:12 Punkten – ein Spiel weniger – im sicheren Tabellenmittelfeld. Kirchhof ist wohl der Verein in der Liga, der am meisten von einer Spielerin geprägt wird. Diana Sabljak ist die unangefochtene Chefin. Die Rückraumspielerin ist für die außergewöhnlichen Aktionen auf dem Parkett zuständig, verfügt über einen extrem harten Wurf, hat aber auch das Gespür für ihre Mitspielerinnen. Vor allem Kreisläuferin Dionne Visser profitiert von den genauen Zuspielen. Diana Sabljak führt aufgrund ihrer überragenden Qualitäten auch zurecht die Torschützenliste der 2. Bundesliga mit aktuellen 124 Treffern an.

Die Defensive ist auf eine 6:0-Formation, allerdings mit recht offensiven Halben, ausgerichtet. Die SG-Spielerinnen bringen ihre ausgeprägten körperlichen Vorzüge geschickt ein, scheuen kein Zweikampf und treten ihren Gegnern stets selbstbewusst entgegen. Nach Ballgewinnen geht es flott in den Gegenstoß, aber vor allem der Vortrag der zweite Welle überzeugt richtig. Lintfort kann sich auf einen heißen Tanz einstellen. Es gilt sich natürlich auf den Gegner gewissenhaft einzustellen, um eventuell nötige Maßnahmen, wie eine kurze Deckung gegen Diana Sabljak, zu treffen.

Aber noch viel wichtiger ist, an der eigenen Leistungsschraube zu drehen. Insbesondere in der Verteidigung sollte wieder die Kampfkraft gebündelt werden, mit der dazugehörigen Disziplin und Aggressivität. Gerade das Zentrum muss unbedingt besser verdichtet werden. In diesem Bereich der Deckung klappte zuletzt gegen Trier herzlich wenig – große, ungewohnte Lücken taten sich auf, der Gegner hatte leichtes Spiel. Lintfort benötigt aber auch in der Offensive einen Schub. Die Spielerinnen müssen mehr Selbstbewusstsein und Entschlossenheit an den Tag legen. Die Mannschaft wirkte unlängst gegen Trier über weite Strecken des Spiels aufgeregt, fahrig und wenig inspiriert. Zudem waren die Wurfversuche überwiegend überhastet und in Summe auch nicht gut vorbereitet.

„Der Auftritt gegen Trier war schwach. Aber wir stehen immer noch nicht auf einem Abstiegsplatz“, bleibt Bettina Grenz-Klein optimistisch. „Das Kirchhof-Spiel wird natürlich eine ganz harte Nummer. Und wir sollten uns deutlich verbessern.“ Die Trainerin fügt noch hinzu: „Meine Mannschaft muss sich in erster Linie über eine stabile Deckung nötige Sicherheiten holen. Es gilt aus den Fehlern zu lernen, um sich weiter zu entwickeln.“

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